CLOPPENBURG - Einen schweren Imageschaden erlitten hat am Sonntag Fußball-Oberligist BV Cloppenburg. Vor der Saison-Minuskulisse von 358 Zuschauern leistete sich der Vierte gegen Schlusslicht VfL Bückeburg eine indiskutable 2:3-Heimpleite (siehe Bericht auf Seite 21).

„Ich kann mich nur bei den Zuschauern entschuldigen. Das war eine Frechheit, was wir den Zuschauern geboten haben. Die bezahlen schließlich Geld dafür. Wir haben völlig ohne Leidenschaft und Laufbereitschaft gespielt“, sagte Cloppenburgs zorniger Trainer Jörg-Uwe Klütz nach Spielschluss. „Ich werde im Training wieder anziehen“, schob der Artländer nach.

Womöglich eine weise Entscheidung: Denn sollten sich die Cloppenburger in den bevorstehenden Heimspielen gegen die Qualifikationsanwärter Ramlingen-Ehlershausen und Bad Rothenfelde nochmals so wie gegen Bückeburg präsentieren, dann dürften sie bald vor leeren Rängen antreten.

„Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt gegen Saisonende nicht den Kredit verspielen, den wir uns erworben haben“, dürfte sich Klütz seine Männer noch intensiv zur Brust nehmen. Einigen BVC-Anhängern war die Leistung dermaßen auf den Magen geschlagen, dass sie sogar Bückeburgs Siegtreffer beklatschten. Für sie war der BVC-Auftritt eine schallende Ohrfeige gewesen.

Fast körperlos agierte der BVC. Ein Aufbäumen war nicht erkennbar. Die Abwehr war offen wie ein Scheunentor. Selbst einfachste Pässe kamen nicht an. Passend dazu hatte Torhüter Stefan Tilling fast die meisten Ballkontakte seines Teams. Gleich reihenweise Rückpässe fabrizierte der BVC, anstatt entschlossen den Weg nach vorne zu suchen. Es schien, als steckte Absicht dahinter.

„Wir sind mit dem allerletzten Aufgebot angereist, und ich habe nicht einmal gewagt, an drei Punkte zu denken. Aber wir hatten den größeren Willen und haben unter dem Strich verdient gewonnen“, fand Bückeburgs Coach Timo Nottebrock derweil reichlich Zustimmung.

Tilling (4,5) - Conrad (5,5), Huisman de Jong (6,0), Willen (5,0), Zimmermann (4,5) - Westerveld (5,0), Römer (6,0, 75. Yilmaz 5,5), Greve (5,0), Kosenkow (4,5), Terzic (6,0, 46. Ipsilos 5,5) - Krohne (6,0).

Tore: 0:1 Buchwald (10.), 1:1 Greve (11., Foulelfmeter), 2:1 Krohne (20.), 2:2 Buchwald (25.), 2:3 Fritsche (77.).

Ecken: 5:1.

Chancen: 3:6.

Fazit: Der BVC ließ alles vermissen, was zum Fußball dazugehört. Die mit dem letzten Aufgebot angereisten Bückeburger siegten am Ende verdient – auch wenn alle drei Treffer Geschenke waren.

Spieler des Spiels: Burak Buruk - Bückeburgs hängende Spitze gefiel mit seiner Technik und Übersicht.

Schiedsrichter: Christian Hoyer (Bremen) - hatte mit der über weite Strecken emotionslosen Partie keine Mühe.

Zuschauer: 358.