CLOPPENBURG - Zeit zum Wundenlecken haben die Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg nach der bitteren 1:4-Heimschlappe gegen Tabellenführer Goslar ausreichend gehabt. Außerdem kommt es den Spielern des Trainerduos Jörg-Uwe Klütz/Mario Neumann auch ohne vorherigen Vergleich der Heim- mit der Auswärtstabelle kaum ungelegen, dass am Wochenende wieder eine Busfahrt auf dem Programm steht. Am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) gibt der auf Platz fünf abgerutschte BVC seine Visitenkarte beim punktgleichen Vierten SC Langenhagen ab.
Leistungssteigerung nötig
Die bislang makellose Auswärtsbilanz – fünf Siege in fünf Spielen – wird aber nur ohne Flecken bleiben, wenn die Cloppenburger beim bisherigen Überraschungsteam eine gehörige Leistungssteigerung zeigen. Sollte das nicht der Fall sein, dürfte sich der BVC erstmals in dieser Saison nicht mehr auf einem der fünf Aufstiegsplätze wiederfinden.
„Wir haben das Goslar-Spiel haarklein analysiert und besonders die Entstehung der Gegentore besprochen. Solch ein Auftritt darf sich nicht wiederholen“, schlug Klütz unter der Woche einen härteren Ton an. „Die Körpersprache im Training hat sich geändert“, stellte der Artländer fest.
Klütz baut um
Vor dem Verfolgerduell muss Klütz derweil personell umbauen, was auch zu einer Rückkehr zum „4-4-2-System“ führt, da neben Andreas Zimmermann (Rückenbeschwerden) aufgrund eines Infekts auch Rechtsverteidiger Alexander Baal ausfällt. Daniel Vaughan wird erneut Zimmermanns Part übernehmen. Gerrit Thomes dürfte aus dem Mittelfeld in die Viererkette rücken.
„Den freien Platz wird ein zweiter Stürmer übernehmen“, hat sich Klütz festgelegt. Vermutlich darf Lincoln Assinouko gegen die bulligen Langenhagener ran. Die hat Klütz am Sonntag beim 2:1-Erfolg bei Eintracht Nordhorn unter die Lupe genommen. Er war schwer beeindruckt. „Die spielen taktisch unglaublich diszipliniert, machen kaum Fehler und sind effektiv im Torabschluss.“
Dennoch würde dem Cloppenburger Coach ein Unentschieden nicht reichen. „Ich erwarte eine Reaktion der gesamten Mannschaft und drei Punkte.“
Als Zehnter
der Saison 2010/2011 und nach dem Abgang von mehr als einer Handvoll Stammspielern war die Qualifikation für die künftige fünfgleisige Regionalliga für den SC Langenhagen im Sommer kein Thema mehr. Offizielles Ziel war nunmehr der Klassenerhalt. Und das bei nur einem Absteiger. Nach Abstiegskampf sah es bei dem in der Einflugschneise des Flughafens Hannover beheimateten Club zu Saisonbeginn auch aus. In Rehden gabs zum Auftakt ein 0:5. Das zweite Auswärtsspiel in Holthausen-Biene verlor der SC mit 0:4. Doch Trainer Hilger Wirtz von Elmendorff (46), der im vierten Jahr die sportliche Verantwortung trägt, gelang es schnell, sein Team zu stabilisieren. Bis zum zwölften Spieltag kassierte seine Elf lediglich noch sieben Gegentore.Seit sechs Runden sind die Langenhagener ungeschlagen – fünfmal gewannen sie, zudem trennten sie sich auswärts torlos von Tabellenführer Goslar. Als Vierter mischt das Überraschungsteam längst im Aufstiegsrennen mit. Gehörigen Anteil daran haben Stürmer Caglayan Tunc, der nach vier Toren in der Vorsaison bereits neunmal traf, und der aus Havelse geholte Routinier Michael Habryka. Taktisch agieren die Langenhagener mit einem kompakten „4-2-3-1-System“. Im Hintergrund des Flughafen-Clubs zieht der frühere Cloppenburger Ligaobmann Wolfgang Lange die Fäden. In der Vorsaison verpassten die im Hinspiel knapp mit 0:1 unterlegenen Langenhagener dem BVC durch einen 1:0-Erfolg im Rückspiel den entscheidenden Schlag im Titelrennen.
