CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Vor ihnen liegt noch ein weiter und sicherlich auch steiniger Weg. Dennoch: Auf das Parkett der zweiten Handball-Bundesliga haben es die C-Juniorinnen vom TV Cloppenburg schon einmal geschafft – zumindestens an der Hand als Begleiter der einlaufenden Spielerinnen. Rein sportlich sind die Nachwuchstalente natürlich noch nicht so weit wie die „Großen“ des TVC. Aber in der Kreisklasse feierten sie bereits ihre ersten Erfolge.
„Fast alle Spielerinnen gehören noch dem jüngeren Jahrgang an und dürften noch bei den D-Juniorinnen mitspielen“, sagt Trainerin Tiziana Otten. Die ehemalige Bundesliga-Spielerin des VfL Oldenburg betreut das Team seit dem vergangenen Jahr. Seitdem habe sie enorme Fortschritte festgestellt. „Alle haben viel dazugelernt und sich gut weiterentwickelt.“ Ihr geübtes Trainerauge verriet Otten, dass es in ihrer Mannschaft Spielerinnen gibt, die durchaus das Potenzial haben, irgendwann einmal auch in der Cloppenburger Zweitliga-Truppe aufzulaufen – aktiv, versteht sich.
Eine heiße Kandidatin wäre zum Beispiel Lisa Böhmer. Die sehr groß gewachsene Rückraumspielerin zählt zu den Stützen des Teams und besitzt viele individuelle Stärken. Das gilt auch für Alessia Göttken, die ihre Qualitäten am Kreis und im Rückraum ausspielen kann.
Handballerisch einen Riesensatz nach vorne gemacht habe – so Otten weiter – vor allem Anne Migel. Die Linkshänderin sorgt aus dem Rückraum, aber auch von den Außen für stete Gefahr.
Eine der Jüngsten ist Laura Schulz. Die „Sportskanone“ hat sich erst kürzlich voll und ganz für den Handball entschieden. Sie beherrscht auch das Spiel mit dem Tennisschläger perfekt und hat es sogar bis in die Auswahlteams des Niedersächsischen und Deutschen Tennis-Verbandes geschafft. „Ihr Handball-Talent hat Laura gut entwickelt“, lobt Otten.
Kämpferisch die Nummer eins im TVC-Teams ist Christine Meyer. „An sie kommt einstellungsmäßig keine andere Spielerin heran“, sagt die Trainerin.
An Motivationsproblemen leidet aber keine Akteurin. „Im Training sind fast immer alle da und voll dabei“, betont Otten. Einmal wöchentlich ruft sie ihre Mädchen zur gemeinsamen Übungseinheit in die TVC-Halle. Manchmal setzt die Trainerin zudem noch eine Stunde im Kraftraum oder Joggen an.
Ohnehin sei der Zusammenhalt die große Stärke der Mannschaft. „Spielerisch müssen wir dagegen noch etwas lernen“, weiß Otten. Sei’s drum, denn das vorrangige Ziel in dieser Saison bleibt, „die Älteren etwas zu ärgern“.
Anschauungsunterricht erhalten die Cloppenburger C-Juniorinnen bei fast jedem Heimspiel hautnah. Oftmals spielen sie direkt vor der „Ersten“. Ein besonderes Erlebnis war das DHB-Pokalspiel der TVC-Frauen gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund. „Die sind vor dem Warmmachen erst einmal zwei Bahnen gelaufen und haben im Takt geklatscht“, berichtet Otten. Dieses Konzentrationsritual, dass zudem gleichzeitig den Teamgeist stärken und den Gegner beeindrucken soll, sorgte auch bei den auf der Tribüne sitzenden C-Juniorinnen für offene Münder. Die Trainerin übernahm es daher ins Repertoire ihrer Truppe: „Das machen wir vor unserem Training jetzt auch so.“
Und es hat geholfen. Am vergangenen Wochenende gewannen der TVC-Nachwuchs das Duell beim SV Höltinghausen II mit 27:22 und schob sich auf den dritten Tabellenplatz vor. Ihr vorletztes Saisonspiel bestreiten sie am Sonntag, 17. April, in eigener Halle gegen den Sechsten BV Garrel II (Anwurf: 10.30 Uhr). Dann wollen die Cloppenburgerinnen den nächsten Schritt ihrer Laufbahn gehen – die Weichen sind gestellt.
