Cloppenburg - Als der Schiedsrichter Sparing die Partie zwischen Nationalmannschaft A und Nationalmannschaft B am 23. April 1958 im Kasseler Aue-Stadion anpfiff, sahen 35 000 Zuschauer bekannte Fußball-Größen auf dem Platz. So mischten in der A-Elf unter anderem die 54er-Weltmeister Helmut Rahn (RW Essen), Karl Mai (SpVgg Fürth) und Herbert Erhardt (SpVgg Fürth) mit.
Scheidt startet
Die Elf wäre noch prominenter besetzt gewesen, wenn zum Beispiel die Nationalspieler aus Kaiserslautern, Köln und vom Hamburger SV sowie dem FC Schalke 04 mit dabei gewesen wären. Aber jene Akteure fehlten, weil sie mit ihren Vereinsmannschaft an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilgenommen hatten.
Nationalmannschaft „A“ - Nationalmannschaft „B“ 1:1 (1:1). A-Auswahl: Herkenrath (RW Essen) - Erhardt (SpVgg Fürth/46. Mai (SpVgg Fürth), Juskowiak (Fortuna Düsseldorf), Nuber (Offenbacher Kickers), Schnellinger (1. FC Köln), Szymaniak (Wuppertaler SV/72. Graetsch (SpVgg Herten), Rahn (RW Essen), Schmidt (Borussia Dortmund), Kelbassa (Borussia Dortmund/46. Marx (SV Sodingen), Schröder (Werder Bremen), Cieslarczyk (SV Sodingen). B-Auswahl: Tilkowski (Westfalia Herne/46. Sawitzki (VfB Stuttgart) - Zastrau (RW Essen), Konopczynski (SV Sodingen), Weilbächer (Eintracht Frankfurt), Hoffmann (VfB Stuttgart), Lang (Bremerhaven 93), Hohmann (Waldhof Mannheim), Pfeiffer (Alemannia Aachen), Biesinger (BC Augsburg), Pörschke (Minerva Berlin/72. Matischak (VfB Bottrop), Scheidt (Preußen Münster). Tore: 1:0 Rahn (30.), 1:1 Hohmann (40.). Zuschauer: 35 000.Schiedsrichter: Sparing (Kassel). STT
In der B-Elf stand der gebürtige Cloppenburger Adolf Scheidt in der Anfangsformation. Er bildete zusammen mit Heinz Hohmann (Waldhof Mannheim), Michael Pfeiffer (Alemannia Aachen), Uli Biesinger (BC Augsburg) und Gerhard Pörschke (Minerva Berlin) den Angriff im damaligen WM-System.
Im damaligen Vorbereitungsspiel auf die WM in Schweden sollte der Sturm der A-Mannschaft aber keine Bäume ausreißen. Dies geht aus den damaligen Presseberichten hervor. Einzig der Essener Rahn schaffte es, Akzente zu setzen. Der Held von Bern – auch ein Konkurrent von Scheidt im Kampf um ein WM-Ticket – machte Dampf. Zudem gelang ihm die Führung.
Dass sich die Offensivakteure der A-Elf von der Leistung her nicht deutlich vom B-Team um Scheidt absetzen konnten, sorgte für Verwunderung bei den Sportjournalisten. Der Berichterstatter des Hamburger Abendblattes lobte indes das Auftreten von Scheidt und seinen Mitstreitern. „Die B-Elf kämpfte – wie konnte es anders sein – mit einem herrlichen Einsatz, sie war sehr ehrgeizig und zeigte dabei spielerisch fast genauso viel wie der Gegner“, heißt es im Hamburger Abendblatt vom 24. April 1958.
Hohmann trifft
Die B-Elf um Scheidt wusste auch spielerisch zu gefallen. So war es auch nicht verwunderlich, dass Hohmann fünf Minuten vor der Halbzeitpause das 1:1 gelang. „Trotz gefährlicher Torszenen blieb es vor 35 000 Zuschauern im ausverkauften Kasseler Stadion bei diesem 1:1, weil sich die energische Deckung der B-Elf gegen den zu unentschlossenen und ohne eigentlichen Dirigenten zu wenig zielstrebigen Sturm der ersten Besetzung behauptete“, schreibt die NWZ in ihrer Ausgabe vom 24. April 1958. Vorschau auf Teil 15: Herbergers Testphase für die WM 1958 in Schweden ging munter weiter. Scheidt erhielt in Luxemburg eine erneute Chance, um sich zu beweisen.
