CLOPPENBURG/NEUMüNSTER - Trotz des jüngsten 0:1 gegen Wolfsburg II reisen die Cloppenburger als klarer Favorit an. Neumünsters neuer Trainer Thomas Möller hat dem Viertletzten neues Leben eingehaucht.

von Bodo Tarow

CLOPPENBURG/NEUMÜNSTER - Als Tabellenzweiter hätte Fußball-Oberligist BV Cloppenburg am Sonntag, 15 Uhr, beim stark abstiegsbedrohten VfR Neumünster auflaufen können. Das äußerst unglückliche 0:1 gegen den nunmehr Zweiten VfL Wolfsburg II – die erste Niederlage nach zehn ungeschlagenen Partien – machte dem Team von Trainer Jörg Goslar aber einen Strich durch die Rechnung.

„Wolfsburg ist Vergangenheit. Wir blicken nach vorne. Nur Neumünster zählt“, hält Goslar nichts vom Nachkarten. Und der frühere 96-Coach blickt dem 250 Kilometer langen Trip nach Schleswig-Holstein optimistisch entgegen. Denn am Mittwoch wussten seine Spieler beim 2:3 im kurzfristig vereinbarten Testspiel gegen den Regionalliga-Aufstiegsanwärter Holstein Kiel über weite Strecken zu überzeugen. „In der ersten Halbzeit habe ich keinen Klassenunterschied erkennen können. Im Gegenteil, wir waren sogar besser.“ Besonders freute Goslar, „dass die Stürmer getroffen haben“.

Alket Zeqo hatte den BVC in Führung gebracht (25.), ehe Patrick Würll kurz vor dem Seitenwechsel ausglich. Nach knapp einer Stunde markierte Horst Elberfeld die erneute Cloppenburger Führung. Gegen Ende der Partie legten die Störche von Trainer Frank Neubarth dann nochmals nach und kamen wiederum durch Würll (69.) und dem Ex-Braunschweiger Thomas Piorunek (81.) zum 3:2. Dabei erkannte Goslar auch, dass sich mehrere Spieler „aufgedrängt“ haben.

Trotz widriger Bedingungen dürfte die Partie am Sonntag wohl stattfinden. „Ich habe mit Neumünster telefoniert. Der Platz sieht nicht gerade gut aus. Aber die wollen unbedingt spielen“, sagte gestern BVC-Manager Alexander Woloschin.

Kein Wunder. Denn der im Dezember als Nachfolger für den glücklosen Kurt Hesse verpflichtete Coach Thomas Möller hat in Neumünster binnen kürzester Zeit neue Hoffnungen auf den Klassenerhalt losgetreten. Zuletzt feierten die Lila-Weißen beim 3:1 über Arminia Hannover den ersten Heimsieg seit dem 12. August vergangenen Jahres. Überragender Mann auf dem Platz war der dreifache VfR-Torschütze Erkan Kilicaslan.

„Neumünster steckt unten drin. Uns steht ein körperbetontes Spiel bevor. Wir müssen erst einmal den Kampf annehmen und dann zusehen, dass wir unser Spiel durchziehen“, lautet derweil Goslars Sieg-Strategie. Personell ließ der 42-Jährige sich nicht in die Karten blicken. Nicht unwahrscheinlich wäre, dass Oktay Yildirim, der gegen Wolfsburg nicht im Kader gestanden hatte, in die Startelf zurückkehren wird. Außerdem ist von einer Rückkehr zum System mit zwei Spitzen auszugehen. Gestern war noch offen, ob die Cloppenburger sich bereits am Sonnabend auf die Reise machen.