CLOPPENBURG - BV Cloppenburg und TV Cloppenburg streiten sich weiterhin um die künftige Nutzung des Stadions an der Friesoyther Straße. Ein Ortstermin, an dem am Montagmittag Vertreter des BVC, des TVC und der Stadtverwaltung sowie der Fachplaner Hans-Jürgen Flemming (Oldenburg) und die Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes, Rita Girschikofsky, teilgenommen hatten, brachte letztlich keine Fortschritte.

In einem kurzfristig vom BVC anberaumten Pressegespräch erklärte BVC-Geschäftsführer Herbert Schröder am Montagnachmittag, dass der BVC einer vierspurigen Laufbahn um den Hauptplatz zustimme. Außerdem könne eine 6x-100-Meter-Bahn an der Ostseite des Hauptplatzes errichtet werden. Beides zusammen entspreche einer Leichtathletik-Anlage des Typs C. Der Stehtribünen-Wall an der Südseite muss weichen, dort sollen die technischen Leichtathletik-Disziplinen Platz finden. Auf der gegenüberliegenden Seite muss der Gäste-Fanblock umziehen, dort sollen die Sprungdisziplinen hinkommen. Der Hauptplatz müsste einige Meter zum Garreler Weg hin verschoben werden, die Flutlichtmasten würden versetzt, der Gästefanblock würde an der Längsseite der Gegentribüne neu aufgebaut, außerdem müssten die Gegentribünen aufgestockt werden, um die Mindestforderung des Norddeutschen Fußball-Verbands von 5000 Stadionplätzen zu erfüllen.

Die Umbaumaßnahmen, die mit einem erheblichen – noch nicht zu beziffernden – finanziellen Aufwand verbunden sind, will der BVC freilich nicht tragen, das solle die Stadt tun. Außerdem könnten aus versicherungstechnischen Gründen Leichtathleten und Fußballer nicht zeitgleich trainieren. Darüber hinaus will der BVC der Leichtathletik seine Umkleiden und sanitären Anlagen unter der Haupttribüne nicht zur Verfügung stellen. Diese könnten sich die alten Anlagen unter der ungenutzten MSC-Tribüne sanieren.

Der TVC favorisiert nach Angaben seines zweiten Vorsitzenden Klaus Middendorf weiterhin eine vom BVC-Hauptplatz abgekoppelte Anlage im Stadionsüden zur Turnhalle und zum alten Vereinsheim hin. NLV-Präsidentin Girschikofsky – so Middendorf – habe den Bau einer Anlage Typ B empfohlen (jeweils sechs 100- und 400-Meter-Bahnen).

Die Verwaltung hatte – wie berichtet – am 27. Februar von der Politik den Auftrag bekommen, bis zur Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Markt, Sport, Soziales und Familie am 9. Mai zu prüfen, ob sich Leichtathletik und Fußball im Bereich des Hauptfeldes nebeneinander realisieren lassen. Ein Ergebnis wird die Verwaltung am Mittwoch – trotz der von der Politik gesetzten Frist – wohl noch nicht vorlegen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland