CLOPPENBURG - Der Sportabzeichen-Stützpunkt Cloppenburg steht vor dem Aus. Stützpunktleiter Hans-Jürgen Müller erklärte am Dienstagabend während der Verleihung der Sportabzeichen 2008 seinen Rücktritt. „Ich kann diesen Stützpunkt nicht weiterleiten, da kein geeigneter Sportplatz vom Kreissportbund und von der Stadt Cloppenburg mehr zur Verfügung gestellt werden kann“, begründete Müller vor den völlig überraschten Besuchern seinen Rückzug. Das Stadion sei für den Fußball so umgestaltet worden, dass leichtathletische Übungen für das Sportabzeichen nicht mehr gefahrlos abgenommen werden könnten, berichtete Müller weiter.

Anlagen weichen Tribüne

Nach seiner Ansicht könne die 400-Meter-Bahn nicht mehr als „Laufbahn“ tituliert werden. Sprunggrube, Kugelstoßring und Hochsprunganlage hätten einer Tribüne weichen müssen. Für Müller ist verwunderlich, dass eine Kreisstadt nicht in der Lage sei, den Breitensport zu fördern. Einen Vorwurf richtete der Stützpunktleiter auch an den Kreissportbund. Beim Umbau des Stadions, der vom Kreissportbund mitfinanziert worden sei, habe man den Breitensport einfach vergessen. Wenn auch von Seiten des Bürgermeisters Dr. Wolfgang Wiese Zusagen gemacht worden seien, dass im Stadion künftig wieder Leichathletik betrieben werden könne, fehle es derzeit an konkreten zeitlichen Zusagen.

Sportanlage beim ULF

Im Stadtbereich gebe es am Gymnasium Liebfrauenschule eine gute Sportanlage, die für die Abnahme des Sportabzeichens sehr gut geeignet wäre. Problem hier: Der Bebauungsplan sehe vor, dass hier nur vormittags Schulsport betrieben werden dürfe – eine Mitteilung, die auch bei Besuchern am Dienstagabend auf Unverständnis stieß: „Wie sollen sich Schüler auf ihre Abiturprüfung im Fach Sport vorbereiten?“, fragten sie. Auch dürfte es für die Schule schwer werden, in absehbarer Zeit ein Ganztagsangebot ohne Sportplatz durchzuführen.

Rein sportlich gesehen bilanzierte Müller zu Beginn der Sportabzeichenverleihung: „Es war kein erfolgreiches Jahr für uns.“ 2008 gab es – trotz intensiver Werbung – lediglich 41 Sportabzeichenabnahmen, darunter drei Sportler, die erstmals die Voraussetzungen für das Sportabzeichen erfüllten. Im Jahre 2007 waren es noch 75. Ellen Voigt mit der 46. Wiederholung und Werner Schwarze mit der 49. waren die erfolgreichsten Teilnehmer. Carl Budde war mit 80 Jahren der älteste Teilnehmer, und die achtjährige Katrin Stowasser die jüngste Teilnehmerin.

Zum Sportler des Jahres wurde unterdessen Carl Budde gewählt. Da er nicht anwesend war, wird die Ehrung nachgeholt. Dank galt den Sportabzeichenabnehmern. Müller: „Das hat sehr gut geklappt“