Cloppenburg - Das Interesse der Cloppenburger Fußballvereine am Förderprogramm des Landkreises zum Bau von Kunstrasenplätzen hält sich noch sehr in Grenzen. Von sechs Vereinen im Stadtgebiet – DJK Stapelfeld, SV Bethen, SC Sternbusch, BV Cloppenburg, TuS Emstekerfeld und BW Galgenmoor – seien lediglich die drei Letztgenannten jetzt zu einem Infotreffen im Rathaus erschienen, hieß es am Mittwochabend bei der Sitzung des städtischen Kultur-, Sport- und Marktausschusses im Rathaus.

Die Vereine fürchteten sich – so hieß es weiter – vor allem vor den Folgekosten. Denn nach den bisherigen Erfahrungen müssen nach zehn bis 15 Jahren intensiver Nutzung die Spielfelder erneuert werden. Und das kostet zwischen 200 000 und 300 000 Euro.

Um die Vereine von dieser drohenden Last zu bewahren, brachte CDU-Ausschussmitglied Dr. Franz Stuke, der auch Vorsitzender des Kreissportbundes Cloppenburg ist, basierend auf einem SPD-Antrag eine Ergänzung ins Spiel: Die Bezuschussung einer Sanierung solle genauso laufen wie die eines Neubaus. Konkret: Die Stadt ist dann auch bei Erneuerungen mit 55 Prozent dabei. Zudem – so Stuke am Donnerstag auf Nachfrage – gebe es die Erwartung, dass sich auch der Landkreis analog zu seiner Neubautenregelung mit 40 Prozent beteilige. Die Vereine müssten dann lediglich fünf Prozent der Sanierungskosten selber tragen.

Darüber hinaus wollte Stuke mit seinem Ergänzungsantrag den Clubs das Recht zugestehen, als Bauherr selbst über das so genannte Infill zu entscheiden. Um die Gelenke der Spieler nicht über Gebühr zu belasten, sind die meisten Kunstrasenplätze mit einem Granulat aus geschredderten Treckerreifen bestückt.

Und dieses gelangt offenbar in großen Mengen als Mikroplastik in die Umwelt – vor allem nach Starkregen werde es ausgeschwemmt, hieß es. Die Ankündigung Stukes rief Grüne, SPD und UWG auf den Plan. In Zeiten der riesengroßen Probleme mit Mikroplastik könne die Stadt den Vereinen nicht die Möglichkeit zugestehen, mit Plastikgranulat als Infill zu arbeiten, betonten Michael Jäger (Grüne), Jutta Klaus (UWG) und Andreas Borchers (SPD) unisono.

Borchers brachte als Infill Korkgranulat ins Spiel, auch wenn dieses nach einem Starkregen noch stärker als Plastikgranulat ausgewaschen werde und dann auch wieder geradegezogen werden müsse. Um die Granulat-Diskussion zu beenden, berichtete Stuke plötzlich von Kunstrasenplätzen der neuesten Generation, die gar kein Infill mehr benötigten.

Schließlich einigte man sich darauf, dass die Anträge in Sachen Kunstrasen noch einmal in die Fraktionen zurückverwiesen werden sollen. Parallel soll die Verwaltung Erkundigungen zu Plätzen ohne Infill einholen. Anschließend soll dann gleich in der Ratssitzung am 1. Juli über die Anträge von SPD und CDU abgestimmt werden.

ð  Das Jugendparlament hat sein erstes Anliegen (fast) unter Dach und Fach. Denn der Kultur-, Sport- und Marktausschuss empfahl einstimmig dem Verwaltungsausschuss (nächste Sitzung am 27. Mai) und dem Rat (1. Juli) die Errichtung einer Graffiti-Wand im Mehrgenerationenpark. Nach Angaben von Sandra Heiden – früher Vorsitzende des Vereins für Kinder und Jugendliche – können bis zu 14 Farbschichten auf die Wand aufgebracht werden. Danach würden die Sprayer die Farbschichten mit einem Spachtel abkratzen.

ð  Ebenfalls einstimmig hat der Fachausschuss die Verwaltung aufgefordert, einen Sachstandsbericht zur Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt anzufertigen. Auf dieser Basis – so die antragstellende UWG – soll eine deutliche Verbesserung herbeigeführt werden. Im vergangenen Winter – so UWG-Fraktionsvorsitzende Jutta Klaus – sei die Beleuchtung einfach nur peinlich gewesen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland