CLOPPENBURG - Nein, er hatte die Sportart nicht verwechselt, als er seinen Gegner wie sonst eher beim Sumo-Ringen üblich aus dem Ring beförderte. Boxer Wladimir Podruschin war einfach so motiviert, dass er Felix Perschak (ASC Göttingen) gleich zu Beginn des Kampfes hatte zeigen wollen, wer Herr im Hause – beziehungsweise im Ring – ist. Das gelang dem Halbschwergewichtler anschließend wesentlich besser, als er den Göttinger im Ring und dort keine Chance ließ. Das 20-jährige Talent des Vereins Freizeit und Sport Cloppenburg dominierte den Kampf und sicherte sich in Braunschweig ungefährdet den Niedersachsenmeister-Titel der Männer-C-Klasse.

Gegner zermürbt

Besonders Podruschins Führhand – die schwächere Schlaghand, die zumeist öfter zum Einsatz kommt – hatte Perschak zermürbt. „Er hat mit der Führhand sehr gut gearbeitet und so alle drei Runden gewonnen“, lobte Trainer Wladimir Sterlikow. Dabei hatte der vor dem Kampf noch so seine Bedenken gehabt. „Wladimir ist ja schon 1,85 Meter groß, aber Perschak ist noch größer. Zum Glück ist Wladimir physisch sehr stark.“

Und das dürfte sich für Podruschin demnächst auch in einer höheren Klasse auszahlen. Der Linksausleger – Rechtshänder haben das linke Bein und den linken Arm in der Grundstellung vorne – soll zwar weiter im Halbschwergewicht (bis 81 Kilogramm) antreten, aber im kommenden Jahr in der Männer-B-Klasse.

Großes Potenzial

„Wladimir ist noch jung und hat großes Potenzial“, sagt Sterlikow. „Und es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen den besten Kämpfern der B-Klasse und denen der Eliteklasse A.“ Dagegen gab es einen großen Unterschied zwischen den Finalisten des Landesmeisterschafts-Finals im Halbweltergewicht (bis 64 Kilogramm). Kamalutin Viller hatte Artiom Sarkisjan – wie Perschak vom ASC Göttingen – kaum etwas entgegenzusetzen. Das lag allerdings nicht an seiner boxerischen Klasse. Der Vereinskamerad Podruschins hatte sich in der zweiten Runde die rechte Hand verletzt. Das war umso bitterer, da er laut Sterlikow bis dahin richtig gut geboxt hatte. „Aber mit einer verletzten Hand hat man in so einem Finale gegen einen gesunden Gegner keine Chance“, sagte Sterlikow.

Zwar versuchte Viller alles – er hielt nicht nur durch, sondern versuchte sogar noch, seinen Gegner K.o. zu schlagen – aber am Ende fällten die Punktrichter ein klares Urteil zu Gunsten des Göttingers.

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)