CLOPPENBURG - Schwung des ersten Saisonsiegs schneller weg als erwartet: Die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg haben eine Woche nach dem 2:0-Erfolg gegen Holstein Kiel eine enttäuschende Vorstellung in Bad Oldesloe abgeliefert (0:3, siehe Bericht auf Seite 19). „Das war die schwächste erste Halbzeit, die wir in dieser Saison abgeliefert haben“, sagte Ludwig Ferneding, der den BVC zusammen mit Matthias Rieck-Göken trainiert. „Kaum eine unserer Spielerinnen hat ihr Potenzial abgerufen.“
Eine der wenigen Spielerinnen, die nicht enttäuschte, war Torhüterin Dominika Wylezek. Sie hielt die Cloppenburgerinnen in der ersten Halbzeit mit mehreren starken Paraden im Spiel. „Wir mussten uns bei Dominika bedanken, dass wir zur Halbzeit nur 0:1 zurückgelegen haben“, sagte Ferneding.
So blieb die zweite Torhüterin der polnischen Nationalmannschaft zweimal im Duell mit Gaitana Lippert (29., 35.), die allein auf sie zugelaufen war, Siegerin. Einmal hatte sie Glück, als Michelle von Appen, die die BVC-Abwehr einfach nicht in den Griff bekam, den Ball an die Latte des Gäste-Gehäuses knallte (33.). „Insgesamt hat Dominika acht tolle Paraden gezeigt“, sagte Ferneding. An den Toren traf sie keine Schuld. Die zwei Schüsse von Madeline Gieseler (15., 57.) waren ebenso unhaltbar wie das Geschoss von Lippert (60.).
Neben Wylezek konnte vor allem Nina Vaske überzeugen. Die Mittelfeldspielerin, die sich seit Wochen in glänzender Verfassung präsentiert, erarbeitete sich ein dickes Lob von Ferneding: „Nina hat richtig stark gespielt. Sie hat ungemein ballsicher agiert.“
Auch Rechts-Verteidigerin Anna Klumpe machte ein gutes Spiel. Die vor der Saison von Victoria Gersten II zum BVC gewechselte Defensiv-Spezialistin hat sich längst zu einer der Stützen des Cloppenburger Teams entwickelt.
Im Sturm herrschte dagegen diesmal wieder Flaute. Nadine Luttmann war privat verhindert. Tanja Baumann und Ilka Feldhaus konnten sich kaum einmal durchsetzen. Baumann hatte zwar die einzige BVC-Chance in Halbzeit eins, aber sie scheiterte aus 18 Metern an Friederike Wiener (31.). Insgesamt fehlte den beiden laut Ferneding aber auch „der Zug zum Tor“.
Unter ihren Möglichkeiten blieben auch die Routiniers Katrin Meckelnborg, Daniela Diers, Andrea Göken und Kim Schlösser. Die hatte von der verletzten Sabrina Vagelpohl das Kapitäns-Amt übernommen – und sich zu oft verheddert. „Sie wollte wohl einfach zu viel zeigen“, vermutet Ferneding.
Immerhin, Lydia Wolter, die in dieser Saison bisher kaum Einsatzzeit bekommen hat und in der 79. Minute für die ausgepumpte Katrin Meckelnborg kam, konnte noch einmal für etwas Wirbel sorgen. Allerdings war das Spiel zu dem Zeitpunkt auch schon entschieden.
Etwas Positives konnte Ferneding dann doch noch aus der Partie ziehen: „Diesmal hat sich niemand schwer verletzt. Das ist doch auch schon mal was.“ Vom nächsten Spiel erwartet er sich von seiner Mannschaft, die wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist, doch wieder etwas mehr. Am Sonntag sind die Spielerinnen Lokomotive Leipzigs ab 11 Uhr in der OM-Arena zu Gast. Wenn die Cloppenburgerinnen die schlagen wollen, müssen sie wieder mehr Zug zum Tor zeigen.
BVC: Wylezek - Klumpe, Meckelnborg (79. Wolter), Diers, Niemeyer, Baumann, K. Schlösser, Göken (70. Steenken), Vaske, Kokenge (65. Klowersa), Feldhaus.
