CONNEFORDE - Björn Hansen ist in der Luft aufgewachsen. Als sich andere Kinder noch in den Armen ihrer Mutter wiegen ließen, genoss er bereits das sanfte Schaukeln eines Flugzeugs. Mit vier ist er zum ersten Mal bei seinem Vater mitgeflogen. Seitdem ist der 34-Jährige infiziert. Der Flugplatz wurde sein Zuhause.

Wie wohl Hansen sich über den Wolken fühlt, bewies er jüngst bei dem Motorflugwettbewerb Deutschlandflug 2011 des Deutschen Aero Clubs (DAEC), der seit genau 100 Jahren ausgetragen wird. Dort trat er in einem Team mit seiner Frau Tomke Ahlburg-Hansen (31) zum ersten Mal an und belegte den ersten Platz der Einsteigerwertung und den fünften Rang der Gesamtwertung.

Auf Präzision kam es bei den vier Etappen des Deutschlandfluges an. Nach einer Straßenkarte musste die Strecke abgeflogen werden. Dabei mussten bestimmte Punkte haargenau und zu einem sekundengenauen Zeitpunkt überflogen werden. Zudem mussten einige Punkte Fotos zugeordnet werden. Aber das Schwierigste war wohl die Landung: Auf einem drei Meter breitem Feld musste die Maschine auf die Sekunde genau gelandet werden – eine Punktlandung.

Insgesamt 124 Maschinen aus ganz Deutschland sind für den Deutschlandflug an dem internationalen Flughafen in Hannover zusammengekommen. Von den Fliegerfreunden gingen vier Teams ins Rennen. Die erste Etappe führte sie von Hannover nach Dessau, weiter ging es nach Kamenz. Die Etappe des folgenden Tages hatte Weiden in der Oberpfalz zum Ziel, tags darauf endete der Wettkampf in Oberschleißheim.

„Ich freue mich riesig über den ersten Platz“, sagt Hansen. „Aber ich habe es nicht gleich richtig realisiert.“ Seit 2001 fliegt er selbst Maschinen, seit 2005 ist er sogar Fluglehrer. Vor kurzem gewann er die Niedersächsische Motorflugmeisterschaft und belegte den zweiten Platz der Niedersachsen-Rallye. „Ich mache das ja schon eine Weile, aber ich freue mich immer noch, wenn ich da oben bin.“

Seine Fliegerfreunde sind stolz auf Hansen. „Wenn man bedenkt, dass wir von einem kleinen Flugplatz kommen und beim Deutschlandflug überwiegend alte Hasen mitmachen, die schon seit 20 Jahren dabei sind, muss man einfach den Hut ziehen“, sagt Angelika Heeren, Pressesprecherin der Fliegerfreunde. „Gerade der Deutschlandflug ist ein richtiges Highlight und eine Herausforderung für jeden, der etwas ambitioniert fliegt“, fügt Franz Blomberg, stellvertretender Vorsitzender, hinzu.