Dass Sport jung hält, dafür ist Heinrich Menkens der beste Beweis. In erstaunlicher geistiger und körperlicher Frische feiert der Huder am heutigen Dienstag seinen 90. Geburtstag. Von Kriegsende bis 2004 hat er regelmäßig Geräteturnen betrieben sowie Faustball oder Prellball gespielt. Heute hält er sich mit Fahrradfahren und einer wöchentlichen Wassergymnastik fit. Daneben ist er Mitglied in zwei Kartenclubs, trifft sich regelmäßig zum Doppelkopf in Immer und Brettorf, seiner alten Heimat, in der er bis März 1999 wohnte, ehe er zu seiner jüngsten Tochter Liesel, Schwiegersohn Rudolf und Familie an die Jägerstraße nach Hude zog.

Da er sein ganzes Leben lang selbst (im TV Brettorf) aktiv war, interessiert sich der Jubilar auch für den Sport, der im per Fernsehgerät ins Haus „geliefert“ wird, vor allem für Handball und Fußball. Daneben liest er viel (Zeitungen, Zeitschriften und Bücher) und versorgt sich überwiegend selbst.

Menkens wurde am 7. Februar 1916 als jüngstes von vier Kindern in Brettorf geboren, wo sein Vater Diedrich ein kleines Baugeschäft betrieb. In Brettorf-Ost besuchte er auch von 1922 bis 1930 die einklassige Volksschule. Danach folgte eine Maurerlehre bei seinem Vater. Im Winter 1936 wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen, dem sich ab dem 1. Oktober 1937 der Wehrdienst beim Pionierbataillon 50 in Harburg anschloss. Im August 1939 wurde Menkens zusammen mit seinen Kameraden mit einem Frachter von Hamburg nach Königsberg gebracht – der Einfall in Polen stand vor der Tür.

Dass daraus ein fast sechsjähriger Weltkrieg werden würde, hat Menkens damals nicht geahnt. Nach dem Polenfeldzug, der für ihn nach 18 Tagen beendet war, folgten Kriegseinsätze in Holland, Belgien, Frankreich, Rumänien und dann ab September 1941 in der Sowjetunion. Am 29. Dezember wurde er bei Sewastopol verwundet, verlor ein Auge und bekam einen Unterarmdurchschuss. Später baute er Flugabwehrstellungen in Kassel und bildete Hitlerjungen in einem Wehrertüchtigungslager in Münster aus.

Während eines Urlaubs hatte er am 13. September 1940 seine Frau Anna Geerken geheiratet, die aus Hatterwüsting stammte und damals in Hockensberg in Stellung war. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Inzwischen zählen auch sechs Enkel und zwei Urenkel zu den Nachkommen des 90-Jährigen.

Nach dem Krieg legte er am 15. Oktober 1946 die Meisterprüfung als Maurer ab und eröffnete ein Baugeschäft in seinem Heimatort Brettorf. 1950 zog er ins selbst gebaute Eigenheim im Ortsteil Barel. 1990 konnte er noch goldene Hochzeit feiern, sieben Jahre später, am 13. August 1997, verstarb seine Frau. Im März 1999 zog er nach Hude.

Der heutige Ehrentag wird groß im „Altmoorhauser Krug“ gefeiert. kos

Heinrich Menkens

Senior-Sportler