London - Fast stoisch zielte Rekordweltmeister Phil Taylor auf die Doppel-16. Sein Lieblingsfeld unten links am Board, das er stets nahezu blind traf und das ihn in den vergangenen Dekaden 16-mal zum Weltmeister und zum Aushängeschild im Dart gemacht hatte. Er zielte also, als wolle er sich selbst beweisen, dass er noch immer der Alte ist. Doch er verfehlte die Doppel-16. Immer wieder.
Nach einer 3:4-Niederlage gegen den Niederländer Jelle Klaasen am Donnerstagabend ist die WM in London für Taylor beendet. Bei dem Turnier, bei dem er früher reihenweise 180er geworfen hatte, gelangen ihm im Achtelfinale nur fünf.
Wirklich überraschend kam die Niederlage nicht. Im abgelaufenen Kalenderjahr gelang dem 55-Jährigen aus dem englischen Stoke-on-Trent nicht viel. Taylor, der durch Darts zum Multimillionär wurde, gewann kein einziges großes Turnier. Privat musste er den Tod seiner Mutter verkraften, seine Ehe ging in die Brüche. „Ich bin mental nicht mehr in der richtigen Position“, meinte er.
Vor der WM ließ Taylor nichts unversucht. Mit leichteren Pfeilen wagte er einen Neustart, doch sein Plan ging nicht auf. Nach seinem WM-Auftaktmatch griff er wieder zu seinen gewohnten Darts. Aber auch das blieb erfolglos.
