Obenstrohe/Delmenhorst - Paukenschlag zum letzten Saisonspiel des Fußball-Bezirksligisten TuS Obenstrohe: Für Coach Stephan Ehlers war die Partie am Samstagnachmittag gegen den bereits als Meister feststehenden VfL Wildeshausen zugleich das Abschiedsspiel. Grund: Der A-Lizenz-Inhaber verlässt die Friesländer auf eigenen Wunsch, um eine neue Herausforderung bei einem ambitionierten Oberligisten anzunehmen. Beim Tabellendritten Atlas Delmenhorst tritt Ehlers in die großen Fußstapfen des scheidenden Sportchefs Bastian Fuhrken, der dieses Amt zehn Jahre lang erfolgreich bekleidet hatte.
„Ich gehe eher mit zwei weinenden Augen“, sagt Ehlers, der den Obenstrohern damit nach vier Jahren am Plaggenkrug nun den Rücken kehrt. Der Schritt sei ihm nicht leicht gefallen. „Es ist einerseits schade und tut mir ein bisschen leid, aber ich habe sportlich ein sehr reizvolles Angebot erhalten, ohne mich selbst darum beworben zu haben“, erläutert er.
Steigt vom Co-Trainer zum neuen Obenstroher Coach auf: Gerrit Kersting
Vorherige Angebote, ein Traineramt bei anderen Bezirksligisten zu übernehmen, habe er auch deshalb abgelehnt, um in verantwortlicher Position nicht gegen den TuS spielen zu müssen. „Es war eine großartige Zeit in Obenstrohe“, betont der 53-Jährige: „Ein toller Verein mit tollen Leuten. Und ich hätte mir auch vorstellen können, dort noch weitere Jahre zu bleiben.“
Als dann aber die Anfrage aus Delmenhorst gekommen sei, habe er das Ganze erst einmal ein paar Tage sacken lasen. Am Ende habe die Chance auf einen Perspektivwechsel aber einen zu großen Reiz ausgeübt. „Ich brauche fortan nicht mehr jeden Tag auf dem Trainingsplatz zu stehen und wechsele zu einem namhaften Verein, der irgendwann zurück in die Regionalliga will“, erläutert Ehlers.
Zudem habe er in seiner Zeit als Trainer beim Regionalligisten VfB Oldenburg den Posten des Sportleiters bereits für ein dreiviertel Jahr in Personalunion innegehabt, als diese Stelle bei den Blauen vakant war. Das sei zwar sehr anstrengend, aber auch reizvoll gewesen.
Die TuS-Verantwortlichen, die Ehlers dem Vernehmen nach vor knapp zwei Wochen über seinen Wechsel-Entschluss in Kenntnis gesetzt hatte, sehen den Weggang des 53-Jährigen mit gemischten Gefühlen. „Das hat uns schon ein bisschen in die Bredouille und in Zugzwang gebracht. Und wir hätten gerne mit Stephan weitergemacht“, gesteht Obenstrohes Sportleiter Markus Kaup auf Nachfrage: „Aber Stephan ist ein absolut feiner Kerl und wir können seine Entscheidung ein Stück weit verstehen, da er einen ganz anderen Aufgabenbereich übernehmen kann und diese neue Herausforderung annehmen möchte.“
Daher habe man Ehlers auch keine Steine in den Weg gelegt: „Wir wünschen ihm alles Gute. Und sollte es aus irgendwelchen Gründen in Delmenhorst nicht klappen, dann ist er beim TuS herzlich willkommen – egal, ob neben oder auf dem Platz.“
Zugleich sind die TuS-Verantwortlichen „sehr glücklich“ (Kaup), schnell eine teaminterne Nachfolgeregelung gefunden zu haben. So wird der langjährige Co-Trainer von Ehlers, Gerrit Kersting, zur kommenden Saison neuer Chefcoach der Obenstroher. „Gero ist unsere Wunschlösung. Er ist absolut kompetent, kennt das Team in- und auswendig und hat die volle Akzeptanz in der Mannschaft, die noch dazu in der neuen Saison total gut aufgestellt ist.“ Die Rolle des Co-Trainers übernimmt dann Gerrits Bruder Kilian Kersting, der aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht mehr auflaufen kann.
