Ganderkesee - „Das Abenteuer Rio kann nun beginnen“, freut sich schon Sandra Auffarth, denn am Wochenende geht es für sie und ihr Pferd Wolle zu den Olympischen Spielen in Brasilien. Momentan hält sich die Doppelweltmeisterin noch in Deutschland auf. „Die Stimmung ist super in unserem Trainingslager in Bonn. Wir sind in dieser Woche Aufgabe geritten und haben uns in vielen Trainingseinheiten den letzten Feinschliff geholt“, teilt sie mit. Unter anderem stand auch ein Galopptraining am Berg auf dem Programm, bevor es für die Pferde Sonnabend Richtung Rio geht. Die Reiter folgen dann am Sonntag.
Es ist nicht das erste Mal, dass Wolle und Auffarth gemeinsam zu dem legendären Sportgroßereignis aufbrechen. „Wolle und ich haben die Ehre, zum zweiten Mal an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen“, freut sich die Bergedorferin. Ihr Team startet als Titelverteidiger in Rio. „Gold mit der Mannschaft, das ist unser Ziel“, sagt Auffarth, die 2012 mit Wolle Bronze im Einzel geholt hatte.
Seit Dienstag befindet sich die deutsche Vielseitigkeits-Mannschaft bereits im abschließenden Trainingslager auf dem Bonner Rodderberg.
„Die Zeichen stehen auf Grün“, berichtet Bundestrainer Hans Melzer und meint damit den Austausch des Angloarabers Takinou von Michael Jung, der nach der Nominierung erkrankt war. Stattdessen reist nun Multi-Champion Sam FBW nach Rio.
„Jeder hat einen Stall zuhause zu organisieren. Man hält die Spannung hoch und die Pferde fit, zum Durchatmen kommen wir eigentlich erst hier“, sagt Auffarth.
Während des Trainingslagers steht nur noch ein letzter Feinschliff für Ross und Reiter auf dem Programm, so zum Beispiel das Reiten der Dressuraufgabe mit anschließender Videoanalyse. „Wir haben eine erfahrene Truppe. Deshalb wird in den letzten Tagen nicht zu viel trainiert. Alle sind gut vorbereitet. Deshalb sind sie hier. Die Gefahr eines zu langen Trainingslagers ist, dass es den Rhythmus zu sehr stört“, sagt Bundestrainer Chris Bartle. „Man muss die richtige Balance zwischen Training und Pausen finden. Man darf die Pferde auch nicht zu sehr in Watte packen, denn sie sollen nicht nur gesund, sondern auch fit nach Rio kommen“, dieser Meinung war auch Michael Jung.
Neben der nötigen Ausrüstung für die verschiedenen Disziplinen und zur Pflege der Pferde haben die Reiter auch einige persönliche Gegenstände in ihrem Reisegepäck verstaut. „Ich habe viele Glücksbringer geschenkt bekommen, die ich aber erst in Rio auspacken werde“, sagt Sandra Auffarth. Mit dabei ist die schon traditionelle Team-CD. Diese haben Reiter und Trainer selbst zusammengestellt. So viel sei verraten: „Atemlos“ ist dieses Mal nicht dabei, dafür aber ein „Klassiker“: We are the Champions.
Ob das Lied gespielt werden kann, entscheidet sich natürlich während der Spiele. Die Vielseitigkeitsreiter haben ihren ersten Einsatz am Sonnabend, 6. August, von 15 bis 21 Uhr deutscher Zeit in der Teilprüfung Dressur. Es folgt am Sonntag, 7. August, von 15 bis 21 Uhr eine weitere Teilprüfung Team und Einzel. Am Montag und Dienstag, 8. und 9. August, finden die Teilprüfungen Team und Einzel im Gelände statt. Am Dienstag, 9. August, erfolgt die Teilprüfung Springen und das Finale von 15 bis 20.30 Uhr.
