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NWZonline.de Sport

Garreler Wird Ausgezeichnet: Das ist der Lebensretter des Jahres

11.11.2015

Garrel /Beverbruch Mit diesem Echo hätte der 14-jährige Andreas Pleye aus Beverbruch in der Gemeinde Garrel (Landkreis Cloppenburg) nicht gerechnet. Der Bürgermeister der Gemeinde Garrel ehrte ihn bereits, unzählige „Gefällt mir“-Angaben hagelte es auf Facebook. An diesem Donnerstag zeichnet ihn die DLRG in Hamburg als „Lebensretter des Jahres“ in der Kategorie „Soforthilfe durch ein DLRG-Mitglied“ gemeinsam mit dem Unternehmen Baiersdorf aus. Das teilte die DLRG am Dienstag in Hamburg mit. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Rein äußerlich sei der 14-Jährige noch „ganz cool“, berichtet Vater Michael Pleye. Eben ganz cool antwortet Andreas auf die Frage, ob er denn noch einmal so handeln würde: „selbstverständlich“.

Die Situation habe er noch genau vor Augen, berichtet der Schüler am Dienstag im Gespräch mit der NWZ .

Der 1. Juli, ein heißer Mittwoch. Die Sonne brennt unerbittlich. Andreas Pleye ist mit Freunden an die Thülsfelder Talsperre gefahren, schwimmen, mit seinen Kumpels abhängen. Die „daddeln“ am Strand mit ihren Handys. Der 14-jährige, der seit seinem vierten Lebensjahr Mitglied der DLRG-Ortsgruppe Garrel ist, geht schwimmen. „Etwas im Wasser ,chillen’“, wie er es im Gespräch umschreibt.

Zur gleichen Zeit döst ein damals 27-Jähriger aus Werlte auf seiner Luftmatratze inmitten der Talsperre, lässt sich treiben in der sengenden Sonne. Wie lange schon? Unklar. Irgendwann rutscht der Mann ins Wasser.

Andreas Pleye, der gerade in der Nähe schwimmt, hört einen „seltsamen Laut“. Er dreht sich um und registriert, wie der Mann zu ertrinken droht. Der 27-Jährige paddelt wild mit den Armen, das Ufer ist rund 100 Meter entfernt, unerreichbar für den Mann in dieser Situation.

Andreas Pleye denkt nicht lange nach, krault in Richtung des Ertrinkenden. Er ist ein guter Schwimmer, mehrfacher Vereinsmeister bei der DLRG Garrel, auch Bezirksmeister. Die Distanz bringt er schnell hinter sich. Andreas Pleye will ihm die Luftmatratze zuschieben, denn aus seiner Ausbildung weiß der ausgebildete Rettungsschwimmer: „Wenn der mich packt, reißt er mich mit in die Tiefe.“ Dann geht der Mann unter. Andreas zögert nicht, taucht hinterher, sucht zehn, 15 Sekunden im trüben Wasser nach dem Mann, bekommt ihn schließlich am Oberarm zu fassen und zieht ihn an die Wasseroberfläche.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Mann bewusstlos, kommt erst wieder zu sich, nachdem Andreas mehrfach um Hilfe gerufen hat. Am Strand werden Besucher auf die Situation aufmerksam und kommen ihm zur Hilfe. Deren Zivilcourage hebt besonders Mutter Michaela Pleye hervor.

Gemeinsam versuchen sie, den Mann auf die Luftmatratze zu heben, erfolglos. Andreas Pleye schwimmt in Rückenlage Richtung Strand, den schweren Mann im Schlepptau. Die Kräfte lassen langsam nach. Nach 20 Minuten das rettende Ufer. Andere Badegäste nehmen ihm den Mann ab. Der Notarzt untersucht ihn. Die Kumpels am Strand haben von der Aktion nichts mitbekommen.

Immer wieder werden bei der DLRG die Szenarien durchgespielt, wird trainiert, was ein Rettungsschwimmer in einem solchen Falle zu tun hat. Das Erlernte im Ernstfall unter tatsächlichen, vielleicht aber ganz anderen Bedingungen anzuwenden, ist die Herausforderung, sagt Vater Michael Pleye voller Stolz über den Einsatz seines Sohnes. Er ist Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe in Garrel, die in jedem Jahr den Rettungsdienst an der Thülsfelder Talsperre stellt. Mit dabei auch Andreas Pleye, im Sommer als Wachgänger-Praktikant.

Der Gerettete hat sich telefonisch bei Familie Pleye gemeldet und sich bedankt.

Die anstehende Auszeichnung? Er freue sich schon riesig, gibt Andreas zu. Schließlich bekomme er schulfrei.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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