Oldenburg - Heimschwäche trifft auf Formschwäche, Aufsteiger auf Aufstiegsfavoriten: Wenn der VfB Oldenburg an diesem Sonntag (13 Uhr, Marschwegstadion) 1860 München empfängt, treffen zwei Vereine aufeinander, die mit völlig verschiedenen Voraussetzungen in die 3. Fußball-Liga gestartet sind. Das sind die wichtigsten Zahlen zum Nord-Süd-Duell.

15000 Zuschauer sahen das Hinspiel im traditionsreichen Stadion an der Grünwalder Straße. 75 Minuten lang hielt der in seinem ersten Auswärtsspiel nach dem Aufstieg beherzt aufspielende VfB ein 0:0, dann sorgte Ex-Bremer Jesper Verlaat für das Tor des Tages und den Münchner 1:0-Sieg.

8,73 Millionen Euro beträgt der Kaderwert von 1860 laut „transfermarkt.de“. Damit haben die Münchner das viertwertvollste Aufgebot der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Der VfB Oldenburg liegt mit 4,04 Millionen Euro auf dem vorletzten Platz, hat seinen Wert aber dank der Last-Minute-Verpflichtung von Stürmer Orhan Ademi (31), der direkt im Kader stehen könnte, erstmals über die Vier-Millionen-Marke angehoben.

1 Sieg haben die „Löwen“ in den vergangenen sieben Partien nur geholt. Deswegen musste Trainer Michael Köllner auch Anfang der Woche gehen. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Interimsmäßig als Trainer fungieren in Oldenburg Geschäftsführer Günther Gorenzel und Ex-Profi Stefan Reisinger.

4 Punkte hat der VfB Oldenburg in seinen ersten drei Partien des neuen Jahres eingefahren. Einem 1:0-Sieg beim FSV Zwickau folgte erst ein 1:3 gegen Dynamo Dresden und dann ein umkämpftes 1:1 im Derby beim SV Meppen. Beispielrechnung: Würde der VfB diesen Schnitt von vier Punkten aus drei Spielen halten, würde er noch 24 Punkte in den letzten 18 Saisonspielen einfahren. Das wären dann 44 Zähler insgesamt, die wahrscheinlich zum Klassenerhalt reichen sollten.

5 Gelbe Karten hat Yannick Deichmann (28) in dieser Saison gesehen und verpasst damit an diesem Sonntag das Bruderduell mit VfB-Verteidiger Leon (25). Der ältere der beiden Deichmanns stand bisher in 18 Ligaspielen auf dem Platz und kommt dabei auf drei Tore und zwei Vorlagen. Leon wurde beim VfB 13-mal eingesetzt, traf gegen den VfL Osnabrück (4:3) per Kopf zu seinem bisher einzigen Drittligator.

9 Zähler aus zehn Heimspielen hat der VfB bisher im Marschwegstadion nur geholt – und ist damit aktuell das heimschwächste Team der 3. Liga. Auch der SV Meppen hat in seiner Hänsch-Arena große Probleme und nur neun Zähler eingefahren, dabei aber das leicht bessere Torverhältnis.

7 Tore erzielte Fynn Lakenmacher bisher in dieser Spielzeit, damit ist der 22-Jährige der beste Angreifer der Münchner. Oldenburgs treffsicherster Schütze ist Kapitän Max Wegner, der 34-jährige Routinier markierte zuletzt sehenswert in Meppen per Kopfball das 1:1 und erhöhte sein Torkonto auf sechs Treffer.

1966 gewann der Traditionsverein aus der bayerischen Landeshauptstadt die deutsche Fußball-Meisterschaft. Ein Jahr zuvor verlor 1860 das Finale des Europapokals der Pokalsieger vor der Rekordkulisse von 100.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion gegen West Ham United mit 0:2. Von 1994 bis 2004 spielte die „Löwen“ zuletzt im Fußball-Oberhaus, schafften es einmal sogar bis in die Qualifikation zur Champions League, ehe der sportliche Absturz begann, der runter bis in die Regionalliga führte. Seit 2018 spielt 1860 München nun in der 3. Liga.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion