DELMENHORST - Den gestrigen Sonntag werden die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen schnell aus ihren Köpfen verbannen wollen. Mit 3:6 kam der Aufsteiger beim TuS Heidkrug unter die Räder. Tragische Figur war Keeper Denny Gerken. Nach dem 2:5 musste der VfL zu allem Überfluss die geschmacklose Musikauswahl über sich ergehen lassen: „Ihr könnt nach Hause fahren“, schallte es aus den Lautsprechern. Mit deutlichen Worten nahm sich Manfred Klatte seine Schützlinge zur Brust. Der VfL-Trainer ließ nach dem Desaster erst einmal Dampf ab: „So schlecht habe ich meine Mannschaft noch nie gesehen. Ich schäme mich für die Leistung in Hälfte eins.“

Für den Liga-Neuling begann die Partie gar nicht einmal so schlecht, denn er ließ anfangs keine Torchance zu. Das änderte sich schlagartig nach knapp 30 Minuten. VfL-Schlussmann Gerken kam bei einem rasanten Heidkruger Vorstoß zu langsam aus seinem Gehäuse – 1:0 durch Philip. Die Ordnung in der VfL-Abwehr war nun dahin. Fast zwangsläufig hieß es zur Pause 0:3. Gerken machte bei allen drei Gegentreffern eine schlechte Figur, wurde aber auch von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

Nach Klattes Standpauke agierte der VfL nach der Pause etwas agiler, erkämpfte sich auch Möglichkeiten, und dank eines verwandelten Elfmeters zum 1:3 kam Hoffnung auf.

Doch die Realität sah anders aus. Heidkrug nutzte die Räume gut aus und überlistete die hilflose und phasenweise völlig aufgelöste Defensive des VfL überfallartig. Bei einem Konter eilte Gerken aus seinem Strafraum und berührte den Ball nach Ansicht des Unparteiischen mit der Hand – Rote Karte. Da Klatte das Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, ging Schrader ins Tor. Es kam, wie es kommen musste: Den fälligen Freistoß drosch Christian Goritz zum 5:1 in die Maschen. Am munteren Toreschießen beteiligten sich in der Endphase noch einmal Klenke für Heidkrug sowie auf der anderen Seite Kreienborg und Schlicker, der einen Freistoß direkt zum 3:6 versenkte.