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Laufsport „Der Asphalt, die Straße und ich“

Bernd Teuber

Oldenburg - Selten war die Bezeichnung Heimrennen so passend wie für Georg Diettrichs Auftritte beim Oldenburger Silvesterlauf. Der fünf Kilometer lange Rundkurs führt quasi durch seinen Vorgarten. „Bequemer geht’s kaum“, sagt der dreimalige Gewinner mit einem Schmunzeln. Mit dieser Bilanz ist der 45-Jährige auch 10-Kilometer-Rekordsieger bei dem vom VfL organisierten Laufspektakel. Nur er konnte den Lauf bisher mehr als einmal für sich entscheiden. Zuletzt triumphierte er 2012.

Der gebürtige Wilhelmshavener tritt bei den Läufen in der Region oft und gern über die 10 Kilometer an und dominiert meist auch diese Distanz. Dabei ist er eigentlich ein Spätstarter in Sachen Laufsport. Er war bereits 18 Jahre alt als er mit dem Laufen begann, zuvor hatte er es unter anderem mit Fußball, Badminton und sogar Fechten versucht.

Karrierestart in USA

Erst als er im Jahr 1988 als Austauschschüler in Connecticut (USA) weilte, entdeckte er die Leichtathletik. „Ich hatte es zuerst mit Eishockey versucht. Aber schon damals hatte ich nicht gerade den idealen Körperbau für diesen Sport“, erklärt der 45-Jährige. „Von daher folgte ich dem Rat meiner Gastmutter, es mal bei den Leichtathleten zu versuchen – da könne jeder mitmachen“, erinnert er sich mit einem Grinsen.

Der Rat war Gold wert. Schon nach zwei Monaten Training feierte der junge Georg seinen ersten Triumph. In der Leichtathletikhalle der Yale University sicherte er sich in 9:35 Minuten über 2 Meilen den Titel „State Champion“. „Es war genauso wie man es aus dem Fernsehen kennt. Das Team fuhr in gelben Schulbussen zur Halle, wo schon zahlreiche andere Busse parkten“, blickt Diettrich zurück: „Und in der Halle waren dann nicht nur die Teamkameraden, sondern auch viele Mitschüler, die nur zum Anfeuern gekommen waren.“ Die USA sollte später noch einmal eine wichtige Rolle in seiner Laufkarriere spielen.

Aber der Reihe nach: Zurück in Deutschland schloss sich Diettrich der Gruppe um Trainerlegende Hein Arians in Wilhelmshaven an. Nachdem er schnell festgestellt hatte, dass die Mittelstrecke nicht so ganz sein Metier war, konzentrierte er sich in den nächsten zehn Jahren auf die 5000 und 10 000 Meter auf der Bahn sowie den Crosslauf. Und das mit Erfolg: Diettrich feierte zahlreiche Landesmeisterschaften und Titel auf norddeutscher Ebene.

1994 zog es den Wilhelmshavener noch einmal über den großen Teich. Im Nordosten der USA in Connecticut besuchte er ein College und lief am 28. April bei den „Penn Relays“ in Philadelphia in 29:22,92 Minuten seine persönliche Bestleistung über 10 000 Meter. „An dem Tag passte einfach alles“, erinnert er sich lächelnd.

Als er 1999 ein Referendariat in Braunschweig begann, wechselte Diettrich zur dortigen Leichtathletik-Gemeinschaft. Hier wurde aus dem Bahnläufer nicht nur nach und nach ein Straßenläufer – mit der Mannschaft der LG sicherte er sich auch den DM-Titel. Auch nach dem Umzug nach Oldenburg startete er noch lange für die LG – mittlerweile hat er mit einigen Gleichgesinnten den LC Wechloy ins Leben gerufen, für den er seit diesem Jahr an den Start geht.

Nimmermüde

Auch nach mehr als 25 Jahren hat Diettrich die Lust am Laufen noch nicht verloren. „Es hat ja von Anfang an ganz gut geklappt. Und ich schaffe es ja immer noch, die Jüngeren in Zaum zu halten – mal schauen, wie lange das noch klappt“, erklärt er grinsend und ergänzt: „Laufen ist eine feine Sportart. Anders als beim Fußball, wo der Erfolg auch von deinen Mitspielern und dem Trainer abhängig ist, bekommst du beim Laufen das was du investierst auch zurück – der Asphalt, die Straße und ich.“

Neben seinem eigenen täglichen Training trainiert er beim TuS Eversten und Team Laufrausch Aktive mit unterschiedlichsten Laufstärken. Aber auch in seiner tierischen Karriere als „Hubird“, dem Maskottchen von Basketball-Bundesligist EWE Baskets, hilft ihm seine gute Kondition. „Ich bin jedes Mal ziemlich durchgeschwitzt, aber es macht wahnsinnig Spaß“, erzählt der 45-jährige Pädagoge vom Gymnasium Eversten und fügt hinzu: „Und geschauspielert habe ich in meiner eigenen Schulzeit ja auch schon.“

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