Bösel - „Bösel ist für uns zur Heimat geworden“: Darin sind sich die Eheleute Ingeborg und Hans Klein einig. Vor zehn Jahren waren sie von Dinslaken am Niederrhein in ihr schmuckes Eigenheim nach Bösel an der Straße Auf dem Esch gezogen.
Wie kommt man von Dinslaken nach Bösel? „Das war Zufall“, sagt Ingeborg. Den Kleins hat es im Norden schon immer gefallen und so mancher Urlaub wurde in Norddeutschland verbracht. Für beide stand fest, dass sie im Rentenalter hier leben wollten. So hat man Norddeutschland mit dem Auto erkundet. Leer und Emden waren Stationen. Bei ihren Fahrten sind sie zufällig auf Bösel gestoßen. Sie sahen ein bereits abgestecktes Grundstück mit Verkaufsschild. „Hier könnte ich mir vorstellen, zu wohnen“, blickt die 69-Jährige zurück. Und auch Ehemann Hans (74) war begeistert. „Bösel ist ein ländlicher, idyllischer Ort. Die Infrastruktur stimmt, Ärzte und Geschäfte sind vorhanden“, so Ingeborg Klein.
Für zwei Jahre wollten sie zunächst in Bösel bleiben: „Wir hatten abgemacht, wenn jemand Heimweh hat, sollte es zurück nach Dinslaken gehen.“ Ingeborg fühlte sich gleich wohl in Bösel, Hans hatte zunächst noch etwas Heimweh. „Wir sind in Bösel sehr gut aufgenommen worden“, freuen sich beide. Und so fiel die Entscheidung, in Bösel alt zu werden.
Die Böseler seien sehr nett und hilfsbereit. Sie haben hier viele Freunde gefunden. „Das habe ich vor einigen Jahren ganz besonders erfahren“, erzählt Ingeborg. Damals ging es ihrem Mann gesundheitlich sehr schlecht. „Unsere Freunde haben mich dann sehr unterstützt und mir beigestanden“, so die 69-Jährige.
„Die gute Aufnahme in Bösel kommt natürlich nicht von alleine“, findet Hans. Man müsse selbst etwas dafür tun und die Menschen ansprechen – zum Beispiel in Vereinen. Das haben beide getan. So gehört Ingeborg Klein der Gymnastikgruppe der DJK Bösel an, sie liebt Nordic Walking und ist regelmäßig mit fünf weiteren Frauen unterwegs, und sie besucht Veranstaltungen des Landfrauenvereins. Das Ehepaar ist wöchentlich beim Doppelkopfspielen der Senioren im Vereinsheim des SV Bösel dabei, beide sind Mitglieder im Heimatverein.
Hans Klein fasste über seine große Leidenschaft Fußball schnell Fuß beim SV Bösel. Er hatte früher in der Verbandsliga beim VFL Dinslaken-Lohberg gekickt. Sogar ein Vertrag zur damaligen Oberliga West lag vor. Bis zum 37. Lebensjahr hat er aktiv Fußball gespielt. Auch Fußball-Legende Fritz Walter hat er kennengelernt.
Seit einigen Jahren ist Klein Vorstandsmitglied beim SV Bösel – zunächst als Beisitzer, heute als zweiter Vorsitzender. Bei den Alten Herren des SV und in der Montagsgruppe der DJK spielt der Rentner mit. Bis zum Sommer vergangenen Jahres war er auch noch Trainer der ersten Damenmannschaft des SV. Beide Kleins sind übrigens Fußballfans – Ingeborg schwärmt für den SV Werder Bremen und Hans für den Zweitligisten MSV Duisburg.
Und sonst? Hans und Ingeborg Klein lieben ihren Garten. Während Ingeborg dort ihre Blumen und den kleinen Gemüsegarten pflegt, mäht Hans den Rasen. Der 74-Jährige fährt zudem gern Motorrad. Erst im Sommer besuchte er so die Familie seiner Tochter in Aschaffenburg. Aber: Er ist gerne zurück nach Bösel gefahren. „Hier fühlen wir uns zu Hause und hier ist unsere Heimat.“ Ihre Tochter habe es einmal auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, die haben auf Euch in Bösel gewartet.“
