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MANAGEMENT: Deutsche Box-Branche sortiert sich neu

07.10.2009

HAMBURG /OLDENBURG Fein säuberlich war der Kuchen, den es im deutschen Profiboxen gibt, über Jahre hinweg aufgeteilt. Der Berliner Promoter Wilfried Sauerland (69) ließ seine Kämpfer am späten Sonnabend in der ARD antreten, eine Woche später schickte sein Hamburger Konkurrent Klaus-Peter Kohl (65) seine Boxer im ZDF in den Ring. Regelmäßig sorgten zudem die Klitschko-Brüder dafür, dass RTL außerordentlich gute Quoten mit Faustkampf-Übertragungen einfuhr. Einziger Unterschied: Nachdem sich die Klitschkos von Kohl gelöst hatten, strichen die Ukrainer über ihre Firma „K2“ die TV-Gelder direkt ein. Inzwischen nennt sich das Geschäft „Klitschko Management Group“, das Prinzip der Selbstvermarktung hat weiter Bestand.

Halmich einst bei Kohl

Nun kommt Bewegung in die Branche, da Kohl mit seinem Universum-Boxstall in einer Umbruchphase steckt. Die Zeiten, als der Gastronomie-Kaufmann in Dariusz Michalczewski, den Klitschkos und Regina Halmich Spitzenkräfte unter Vertrag hatte, sind vorbei. Jetzt hat auch noch der größte Star im Haus die weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Felix Sturm, Mittelgewichts-Weltmeister der WBA, will sich selbst vermarkten. Die Hamburger hoffen noch auf ein Einlenken, wahrscheinlich aber wird der Streit vor Gericht enden.

Zurzeit jedenfalls spielt Kohl hinter Sauerland nur die zweite Geige in Deutschland. Sauerland hatte – wohl auch auf Druck der ARD – erkannt, dass der TV-Zuschauer mit Kämpfen von weitgehend unbekannten Athleten nicht mehr zufrieden zu stellen ist. Er lässt nun seinen Star Arthur Abraham in einem Turnier der sechs weltbesten Super-Mittelgewichtler den Super-Champion ermitteln.

Sauerland geht Risiko ein

Am 17. Oktober steigt „King Arthur“ gegen Jermaine Taylor (USA) in Berlin in den Ring, die ARD überträgt. Bei dem Turnier geht Sauerland ein Risiko ein, das Box-Promoter ansonsten meiden: Der wie Abraham teilnehmende Däne Mikkel Kessler steht ebenfalls bei Sauerland unter Vertrag, möglich ist daher ein direktes Duell der „Melkkühe“ des Stalls. Der Verlierer müsste anschließend in weniger attraktiven Kämpfen wieder aufgepäppelt werden.

Universum aber kämpft noch um einen neuen TV-Vertrag, nachdem das ZDF angekündigt hat, den bis 2010 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Alles Gründe für Sorgenfalten bei Kohl und Schwiegersohn Dietmar Poszwa, seinem designierten Nachfolger. „Im Gegenteil“, sagt Poszwa voller Optimismus, „wir sind gerade dabei, uns wieder neu aufzustellen“.

Eventuell wird der Umbau ohne das vermeintliche Zugpferd Jürgen Brähmer stattfinden. Der 30-jährige Interims-Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht muss sich vor Gericht verantworten. An diesem Mittwoch wird in Schwerin der Prozess gegen den bereits Vorbestraften wegen Körperverletzung und Beleidigung fortgesetzt. Bei einer Verurteilung wäre seine Karriere wohl beendet.

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