Jever - Am Dienstagmittag war es soweit: Die deutsche Fußballnationalmannschaft landete in Berlin und präsentierte sich und den WM-Pokal ihren Fans vor dem Brandenburger Tor auf der Fanmeile.
Unterdessen war aber auch eine weitere deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Jever auf dem Sportplatz am Schützenhof aktiv. Dort veranstalteten die Berufsbildenden Schulen (BBS) Jever die „wahre“ Fußball-WM.
Etwa 200 Schüler aus 25 Mannschaften spielten auf vier Feldern gegeneinander. Jede Klasse der Schule hatte dabei die Möglichkeit, ein Team zu stellen. Anschließend wurde jeder Mannschaft eine Nation zugeteilt. „Bei der WM waren es 32 Teams, wir haben heute nur 25“, erzählt Wilfried Miethke, Turnierleiter und Sportobmann der BBS, der sich über die hohe Beteiligung vieler Schüler freute.
In der Regel wird das Fußball-Turnier am Ende jedes Schuljahres ausgetragen. Im Rahmen einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft spielen die Schüler jedoch direkt im Anschluss ihre eigene „kleine“ WM oder EM.
Auch Lehrer-Team
Das Turnier, das sowohl von den Schülerinnen als auch von den Schülern in getrennten, aber auch in gemischten Mannschaften gespielt wird, wird jedes Jahr von den Sportlehrern organisiert. Jene Lehrer stellten in diesem Jahr auch ein eigenes Team. Sie vertraten Spanien – und das deutlich besser als die spanischen Profis bei der Weltmeisterschaft in Brasilien: Während für Spanien in Brasilien bereits nach der Vorrunde Schluss war, kamen die Lehrer bis ins Viertelfinale.
Ansonsten gab es kaum Unterschiede zum brasilianischen Turnier, auch wenn der Sportplatz am Schützenhof keinen ähnlich glamourösen Namen wie eines der brasilianischen Stadien trägt. „Das Wetter ist perfekt“, freute sich Miethke – nahezu weltmeisterlich eben.
Neuer, Khedira, Özil, Müller lauten die Namen der deutschen Nationalelf. In Jever wurden sie gestern von Hendrik Thomßen, Linus Janßen, Torben Giertz, Hauke Lauts, Hauke Kelterborn, Maik Schwierzy, Lucas Gauch, Rasmus Meyer, Aslan Akcay und Keno Siebert vertreten. Anders als die Profis schafften sie einen Sieg über Ghana – und zwar völlig mühelos.
Bereits im vergangenen Jahr haben sie als Klasse das Turnier gewonnen. „Wir sind genauso gut wie die Nationalelf“, waren sie sich sicher.
Griechenland siegt
Neben den Spielern, Lehrern und Zuschauern kam es vor allem auf die Schiedsrichter an. Die wurden vom Schulsportbeauftragten, Udo Bruchmann, gestellt. Auch Schüler der Sanitäts-AG sorgten für das Wohl der Spieler, wie auch einige Schüler, die Kuchen verkauften.
Den Turniersieg bei den Jungs sicherte sich Griechenland und bei den Mädchen Portugal jeweils aus der Berufsschule Wirtschaft (Klasse BD), nachdem sie sich im Finale jeweils gegen Deutschland durchgesetzt hatten. Die Vorjahressieger bei den Jungen scheiterten somit ganz knapp an der Titelverteidigung.
