Oldenburg/Brake - Nicht zur Ruhe kommt Lucien Schmikale in diesen Tagen. Der 16-jährige Basketballer hat gerade die U-16-Europameisterschaft in der Ukraine hinter sich. An diesem Montag ging es zurück nach Deutschland – und es stand sofort die nächste große Herausforderung auf dem Plan: die erste eigene Wohnung. Mit Malte Giljan, der wie Schmikale im nächsten Jahr im NBBL-Team der Baskets Akademie auflaufen wird, bildet der 1,94-Meter-Mann eine WG in Eversten.
Umzug nach Oldenburg
Schmikale, der bisher in Brake gewohnt hatte, erspart sich damit viel Fahrstress, wie er sagt. „Immer dieses Hin und Her war schon ziemlich nervig. So wohne ich jetzt in direkter Nähe zur Schule und kann das Training viel besser koordinieren“, erklärt der Schüler, der das Gymnasium Eversten besucht.
Ein wenig weiter als nach Brake ging es für den Shooting Guard mit der deutschen Nationalmannschaft vom 8. bis 18. August bei der EM in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Schmikale hatte sich in der Vorbereitung einen der zwölf Plätze im Kader von U-16-Bundestrainer Alan Ibrahimagic erarbeitet und war nach Jan Niklas Wimberg im Vorjahr der nächste Oldenburger, der an dem Turnier teilnehmen durfte.
Nach der 55:62-Auftaktniederlage gegen die Türkei wurden die beiden folgenden Spiele in der Vorrunde gegen Litauen (71:68) und Schweden (66:50) gewonnen. Besonders im Spiel gegen die Litauer konnte Schmikale überzeugen. In 35 Minuten Einsatzzeit zeigte der 16-Jährige seine Allrounder-Fähigkeiten (11 Punkte/3 Rebounds/3 Assists/3 Steals).
„Ich habe während der EM eine andere Rolle eingenommen als noch in der Vorbereitung. Da bin ich von der Bank gekommen, sollte Punkte machen und den Gegner aufwühlen. Beim Turnier musste ich aber viel mehr Verantwortung tragen“, beschreibt Schmikale, der dieses Vertrauen mit durchschnittlich 5,2 Punkten und 2,4 Rebounds in 21 Minuten Einsatzzeit pro Spiel rechtfertigte.
In die Zwischenrunde startete das deutsche Team mit einem 77:70-Erfolg gegen Spanien. Allerdings setzte es im Spiel darauf einen herben Rückschlag: Im Duell mit Griechenland war das deutsche Team beim 47:68 chancenlos. Nach dem 71:69-Erfolg gegen Russland hieß der Viertelfinal-Gegner Serbien.
Große Fortschritte
Angeführt vom wertvollsten Turnierspieler (MVP) Stefan Peno waren die wie entfesselt aufspielenden Serben beim 50:76 eine Nummer zu groß. „Wir hätten auf jeden Fall mehr erreichen können. Aber wir hatten auch Pech in der Zwischenrunde: Hätten wir insgesamt zwei Punkte mehr erzielt, wären wir Serbien, das erst im Finale mit 63:65 an Spanien gescheitert ist, aus dem Weg gegangen“, meinte Schmikale ein wenig enttäuscht von Platz acht.
Doch in seiner persönlichen Entwicklung sieht der Oldenburger nach der Rückkehr einige Fortschritte: „Ich habe beim Turnier viel gelernt, unter anderem, was in den wichtigen Spielen gefehlt hat. Es gibt auf jeden Fall viel, was ich mitnehmen kann, und ich denke, auch mein Team bei der Baskets Akademie wird von meinen Erfahrungen profitieren.“
Nun gilt es aber zunächst, die Umzugskartons auszupacken und die neue Wohnung einzurichten. Ganz schön aufregend, so ein Leben als Basketballer.
