DIETRICHSFELD - Klar, Boris Becker und Steffi Graf sind den meisten noch in Erinnerung. Ikonen des deutschen Tennis. Nach ihnen tat sich eine Leere auf: Ein würdiger Nachfolger ist bislang nicht in Sicht.
Um das deutsche Tennis aus dem Dornröschenschlaf zu befreien, richtet die Grundschule Dietrichsfeld am 13. und 14. Januar in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Tennisbund ein „Low-T-Ball-Turnier“ aus. Auch Kinder, die noch nie zuvor einen Schläger in der Hand gehalten haben, können ihr Talent im Hinblick auf die Ballsportart austesten. „Das Low-T-Ball-Spiel ist eine geeignete Möglichkeit, ohne Vorkenntnisse erste Kontakte mit dem Tennisspielen zu knüpfen“, sagt Heinz Borchers, Schultennisreferent beim TB Weser-Ems.
Doch was eigentlich ist Low-T-Ball? Ähnlich wie beim Tennis kann man bei dieser Form ebenfalls zu zweit oder zu viert spielen. Das Spielfeld ist mit sechs mal drei Meter deutlich kleiner als ein herkömmliches und durch Einfassungen aus Holz begrenzt. Vorteil: Dadurch bleibt der Ball deutlich länger im Spiel. Zum Einsatz kommen außerdem altersgerechte Tennisschläger und weiche, alternativ luftgefüllte Plastikbälle, deren Größe nicht vorgegeben wird. Ein Netz, das beide Seiten voneinander trennt, fehlt ebenfalls. Statt dessen wird über eine höhenverstellbare Querverbindung gespielt.
„Wir erklären den Schülern nur das Grundlegende“, so Borchers. Die autodidaktische Herangehensweise habe sich als Erfolgsmodell bewiesen. „Die Kinder müssen den Schläger nur wie einen Hammer halten. Der Rest ergibt sich von ganz alleine.“
Tennis als offizielle Schulsportart wieder beliebter zu machen, ist dem Niedersächsischen Tennisverband dabei ein besonderes Anliegen. „Leider hat Tennis nicht den Stellenwert und die Akzeptanz wie bereits andere Breitensportarten im Unterricht“, kritisiert Heinz Borchers.
Das Turnier an der Grundschule Dietrichsfeld kann ein Umdenken herbeiführen – und nebenbei auch einen neuen Boris Becker oder eine neue Steffi Graf zu Tage fördern.
