DöHLEN - Im Elfmeterschießen hatten sie alle vier Strafstöße verschossen, doch eines tröstete die Altherren-Fußballer vom VfR Wardenburg: Wir sind immerhin an einem Butt gescheitert, sagte ein Akteur aufmunternd zu den unglücklichen Elfmeterschützen. Henning Butt, Bruder von Nationaltorhüter Jörg Butt, wurde im Kreispokalfinale der Altherren am Donnerstagabend zum Held der SG Döhlen. Nachdem es nach regulärer Spielzeit 0:0 gestanden hatte, hielt Butt drei Strafstöße der Wardenburger. Ein Schütze zielte zudem zu hoch. Die Döhler sicherten sich mit einem 2:0-Sieg nach Elfmeterschießen die Trophäe.
Bevor es zur Entscheidung kam, war die Partie ausgeglichen verlaufen. Im ersten Abschnitt ließen die Wardenburger die Gastgeber kommen und lauerten auf Konter. Das war unsere Taktik. Wir wussten, dass Döhlen spielerisch besser ist. Daher wollten wir hinten sicher stehen. Das ist uns auch sehr gut gelungen, sagte der Wardenburger Spielertrainer Thorsten Mörking.
Taktisch diszipliniert
Gegen taktisch disziplinierte Wardenburger taten sich die Döhler schwer. Sie hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz zu verzeichnen, kamen aber kaum zu Torchancen. Nur eine Kopfballchance von Henning Butt (24. Minute), der bis kurz vor dem Abpfiff noch als Stürmer agierte, und ein Freistoß von Ingo Ackermann über das Tor (31.) brachten ernsthafte Gefahr für das VfR-Gehäuse.
In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel lebendiger. Wardenburg riskierte nun mehr und kam zu Möglichkeiten. In der 40. Minute parierte SG-Schlussmann Guido Schönbohm einen wuchtigen Schuss von Andreas Cordes stark. Dann vergab Dieter Steep eine Kopfballchance für den VfR. Einer der auffälligsten Akteure war in dieser Phase Wardenburgs Stürmer Ralf Cordoni. Nach einer feinen Einzelleistung schlenzte er den Ball mit dem Außenrist knapp am Döhler Tor vorbei (60.).
Die Gastgeber kamen erst gegen Ende der Partie wieder gefährlich vor das VfR-Tor. Der Wardenburger Torhüter Ralph Wichmann klärte in höchster Not gegen den frei vor ihm auftauchenden Norbert Dieks (66.). Kurz vor dem Schlusspfiff dann der kluge Schachzug der Döhler: Torhüter Guido Schönbohm ließ sich auswechseln. Dafür tauschte Henning Butt sein Spieler- gegen das Torwarttrikot. Butt ist gelernter Schlussmann und stand lange für den VfB Oldenburg zwischen den Pfosten.
Im Elfmeterschießen war Butt schier unüberwindbar: Er parierte die Schüsse von Dieter Steep, Udo Pieper und Reinhold Koschewitz. Thorsten Mörking schoss über das Tor. Zwar parierte auch VfR-Torwart Wichmann den Strafstoß von Dirk Wintermann, doch Thomas Witke und Uwe Kämper verwandelten sicher. Die Döhler feierten anschließend Torwart Butt und ihren Kreispokalsieg.
Faire Verlierer
Es gab Chancen auf beiden Seiten. Das Unentschieden war gerecht. Wir wussten, dass Henning Butt ein ,Elfmeter-Killer ist. Daher waren wir vor dem Elfmeterschießen recht siegessicher, sagte Holger Ellinghausen, SG-Betreuer und Spieler. Die Wardenburger zeigten sich als faire Verlierer: Wir freuen uns, dass wir ins Finale gekommen sind. Dass die Döhler dann Butt zum Elfmeterschießen ins Tor stellen, ist völlig legitim. Insgesamt haben sie verdient gewonnen, stellte VfR-Spielertrainer Thorsten Mörking fest.
