DöTLINGEN - Die Identität des wilden Weißstorches, der am Donnerstag auf einem Feld in Lüerte gesichtet wurde (die NWZ berichtete), ist aufgeklärt: Er ist regelmäßiger Gast im Dötlinger Privatgehege bei Horst und Verona Lenz. Der Storch ist übrigens eine „Sie“.

„Seit dem Frühjahr kommt das Tier regelmäßig zu uns“, sagt Horst Lenz am Freitag. Mit etwa vier bis fünf Küken füttert der Dötlinger seinen Gast jeden Tag – nicht zuviel, damit das Tier nicht verlernt, selbst seine Beute zu fangen.

Mit einem zahmen Storchenpärchen im Gehege von Lenz versteht sich der Gast relativ gut – wenn sie sich nicht zu nahe kommen. Auf dem Dach hat der wilde Storch sich im Sommer einen Horst gebaut, in sicherer Entfernung zu seinen Artgenossen. Gefüttert wird das Tier auch nur außerhalb des Geheges. „Auch Störche weisen ein gewisses Revierverhalten auf“, so Lenz.

Seine Frau Verona machte sich bei der Storchenstation in Berne (Kreis Wesermarsch) nach der Herkunft des „Adebars“ schlau. Anhand des Beringung stellten die Experten fest, dass das Tier aus Radolfzell am Bodensee stammt.

Im Umkreis von etwa acht Kilometern macht die Störchin die Gegend um Dötlingen und Wildeshausen „unsicher“, kehre aber jeden Morgen zur Fütterung wieder. „Sie weiß genau, wann ich mit meinem Eimer um die Ecke komme“, so Lenz.

Ein paar Monate nach Eintreffen des Weibchens lockte es auch ein Männchen an. „Um Nachwuchs zu gründen, war es zu dieser Zeit allerdings schon zu spät“, sagte Verona Lenz. Das Männchen ließ es sich in Dötlingen ebenfalls gut gehen, zog aber am Sonnabend gen Süden weiter. „Er hat sich mit einem lauten Klappern verabschiedet“, so Verona Lenz. Das Weibchen blieb seinem neuen Zuhause treu. „Es sieht aus, als ob sie über Winter hier bleibt“, vermutet Horst Lenz. Möglich, dass sich das Storchenpärchen im nächsten Frühjahr in Dötlingen wiedertrifft.