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NWZonline.de Sport

Weltmeisterschaft: Seitz gibt Turnern Hoffnung

05.11.2018

Doha Elisabeth Seitz bestieg an ihrem 25. Geburtstag mit Glücksgefühlen im Bauch den Flieger in die Heimat, Lukas Dauser ärgerte sich am Sonntag noch immer über seinen Fehler im Barren-Finale. Die deutsche Rekordmeisterin genoss ihre erste WM-Medaille in vollen Zügen, zumal auch ihre Teamgefährten die Sternstunde zu würdigen wussten und sie noch am Abend im Mannschaftshotel mit Sektempfang und einer Riesen-Torte überraschten.

„Das fand ich super. Ich habe mich riesig gefreut“, meinte die stabilste deutsche Turnerin der vergangenen Jahre, die nun endlich „dieses kleine Ding um den Hals“, wie sie selber sagte, von einer WM mitbringt. „Es war der Wahnsinn. Ich habe so geschrien und gebangt“, sagte ihre Mutter Claudia, die extra für die Finals ein zweites Mal nach Doha geflogen war. Er sei „übertrieben stolz auf Eli“, meinte der 13-jährige Bruder Gabriel, gleichfalls Turner.

Die Medaille verschafft Eli Seitz nun Rückenwind für die noch wichtigere Heim-WM 2019 in Stuttgart. Dort geht es um die Olympia-Tickets. Doch Cheftrainerin Ulla Koch, die „so happy“ über die Leistungen ihrer Riege war, die das WM-Finale von Doha erreichte und dort Achte wurde, mahnte: „An Sprung und Boden müssen wir zulegen.“

Noch mehr gilt das für die deutschen Turner, deren WM-Leistung nach dem Verpassen des Team-Finales als Zehnter durch Lukas Dauser im Barren-Finale nicht getoppt werden konnte. „Ich werde zwei Tage brauchen, um das zu verarbeiten. Aber unter dem Strich steht, dass ich zu den besten acht Turnern der Welt am Barren gehöre“, meinte er traurig nach seinem Fehler. Beim überlegenen Sieg des Chinesen Zou Jinyuan war er nicht über Platz acht hinausgekommen.

Wie im Mehrkampf-Finale patzte Dauser am Samstag beim Makuz – auch die Tipps seines Freundes Fabian Hambüchen hatten nicht geholfen. „Es tut aber echt gut, wenn man erfährt, wie es anderen vor solchen Finals geht“, sagte der 25-Jährige.

Dauser will nun mit Blick auf die Stuttgarter WM aus seinen Fehlern lernen. „Das wird ein Riesenkampf bei den Männern. 15 Riegen streiten dort um die letzten neun Olympia-Plätze“, sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl.

„Die Defizite sind erkannt. Es war klar, dass wir nach der Ära Hambüchen auch Schwächen zeigen werden“, sagte Sportdirektor Wolfgang Willam: „Die Trauben hängen hoch.“ Die Frauen sehen beide auf gutem Weg. „Mit den derzeit verletzten Pauline Schäfer und Tabea Alt werden wir die kleinen Schwächen am Balken kompensieren“, prognostizierte Willam.

Überragende Turnerin des ersten Weltchampionats im Mittleren Osten war beim Comeback zwei Jahre nach ihren vier Olympiasiegen von Rio die US-Amerikanerin Simone Biles. Am Schlusstag erhöhte die 21-Jährige am Boden (14,933 Punkte) ihr Rekord-Titelkonto auf 14 und bekräftigte ihren Ruf als erfolgreichste Athletin der Turn-Geschichte.

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