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NWZonline.de Sport

Reus hadert mit sich selbst

19.09.2019

Dortmund Marco Reus knallte seine blaue Trinkflasche zornig auf den Rasen, den Applaus für eine grandiose zweite Halbzeit holte sich der Unglücksrabe sichtlich widerwillig ab. Es dauerte, bis beim Kapitän und seinen Mitspielern von Borussia Dortmund die Enttäuschung verflog – und bis langsam der Stolz auf einen großen Europapokal-Abend durchbrach.

„Wie das Gefühl ist? Ehrlich gesagt: scheiße“, sagte Reus, der beim 0:0 gegen die wackligen Weltstars des FC Barcelona mit einem Elfmeter am durchweg überragenden Marc-Andre ter Stegen gescheitert war (57. Minute). Sein Ausbruch kam direkt nach dem Abpfiff eines Spiels, in dem der BVB den spanischen Giganten kurz vor dem Sturz hatte. Aber dann doch die Nerven verlor.

Es war schon erstaunlich: „Ich gehe mit dem Gefühl nach Hause, dass wir es verpasst haben, uns in der Gruppe einen kleinen Puffer zu erarbeiten“, betonte der ebenfalls ganz starke Mats Hummels. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte: „Wie die Mannschaft aufgetreten ist, darauf bauen wir auf. Das Ergebnis fühlt sich mit dem Hintergrund des Spielverlaufs nicht so gut an.“

Diesen fasste Reus perfekt zusammen. „Wir hatten die größeren Möglichkeiten. Insbesondere ich.“ Sein Elfmeter? „Schlecht geschossen, da muss ich ran.“ Doch neben Reus, der weitere großartige Chancen hatte, hätten auch Jadon Sancho und der ehemalige Barca-Stürmer Paco Alcacer treffen können. Oder müssen. Julian Brandt hämmerte zudem einen furiosen Fernschuss an die Latte (77.). „0:0 – das kann gegen die schon mal passieren“, analysierte Sportdirektor Michael Zorc mit einem Augenzwinkern.

Dennoch bedeutet das Unentschieden in der schwierigen Gruppe F mit Slavia Prag und Inter Mailand einen wichtigen Bonuspunkt. Der kommende Gegner Slavia (2. Oktober) holte in Mailand am Dienstagabend überraschend ein 1:1, was durchaus im Sinne des BVB war.

Folgendes sollte allerdings nicht vergessen werden: Dieselbe Mannschaft, die den FC Barcelona phasenweise an die Wand drückte, hat vor zweieinhalb Wochen noch blamabel bei Union Berlin verloren. Deshalb wollte auch Reus kurz vor Mitternacht nicht mehr allzu streng sein. Im gelben Kapuzenpulli berichtete er, „schon Schlimmeres erlebt“ zu haben: „Es hat nicht sein sollen. Spätestens am Donnerstag ist der Kopf sowieso wieder oben.“

Sein verlorenes Privatduell mit ter Stegen, der tags zuvor erst seinem Rivalen Manuel Neuer heftig über den Mund gefahren war, ist dann wohl auch wieder vergessen. „In Dortmund wurde ter Stegen zum Riesen und schickte eine Nachricht an den Bundestrainer Joachim Löw“, kommentierte die spanische Sportzeitung „Marca“: „Er muss Stammtorhüter in Deutschland sein.“ Für Neuer spreche „nur die Nostalgie“.

Für den BVB spricht, dass er sich aus der ersten kleinen Krise der Saison überzeugend befreit hat. Der Sieg gegen Bayer Leverkusen (4:0) und das „positive 0:0“ (Trainer Lucien Favre) lassen auf eine Saison hoffen, in der die Dortmunder eben doch für höchste Ansprüche gerüstet sind. Vom „Pulverfass BVB“, wie es schon zu lesen gewesen war, kann jetzt allerdings keine Rede sein.

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