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NWZonline.de Sport

Das verlangt Löw von seinem Team

12.10.2019

Dortmund /Tallinn Joachim Löw schützte sich mit der Kapuze gegen den Wind. Der von einer Grippe genesene Angreifer Timo Werner trug ebenso eine Wollmütze wie Trainings-Rückkehrer Ilkay Gündogan und der zum Start der Vorbereitung auf das EM-Qualifikationsspiel in Estland nur joggende Stürmerstar Serge Gnabry. Beim letzten Training in Dortmund passten sich die Nationalkicker schon mal an die rauen äußeren Bedingungen an, die sie auch an diesem Sonntag (20.45 Uhr/RTL) im nur 15 000 Zuschauer fassenden Nationalstadion von Tallinn erwarten.

Der Gegner auf dem Platz sollte wenig Probleme bereiten. Erst im Juni deklassierte ein total offensiv ausgerichtetes DFB-Team um die jeweils zweimal erfolgreichen Angreifer Reus und Gnabry die Esten in Mainz mit 8:0. Es war ein Sommer-Fußballfest, das viel Spaß machte. DFB-Direktor Oliver Bierhoff mochte auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund am Freitag zwar nicht wieder ein Schützenfest als Ziel ausrufen. Er benannte aber deutlich seine Erwartungshaltung. „Ohne hochnäsig zu sein: Wir müssen drei Punkte holen“, erklärte Bierhoff: „Ziel ist, erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen. Wir sollten von der ersten Sekunde an deutlich machen, dass es eigentlich nur ein Ergebnis gibt und diese drei Punkte einsammeln.“ Ähnlich formulierte der Bundestrainer seine Erwartungen. „Gegen Estland wollen und werden wir gewinnen. Da gibt es überhaupt nichts anderes als Zielsetzung“, erklärte Löw.

Nach der „Weiterbildungsgeschichte“ (Löw) beim 2:2 im Testspiel gegen Argentinien hat sich die Personalsituation etwas entspannt. Angreifer Werner stieg nach einem grippalen Infekt ebenso wie der muskulär angeschlagene Mittelfeldspieler Gündogan ins Teamtraining ein. Das Duo soll an diesem Samstag im Flieger nach Tallinn sitzen. Dort wird der Berliner Niklas Stark fehlen: Der Innenverteidiger, der wegen eines Magen-Darm-Infektes sein Länderspieldebüt gegen Argentinien verpasst hatte, zog sich am Freitagvormittag im Hotel eine Verletzung am linken Unterschenkel zu, die genäht wurde. Er ist bereits abgereist.

Mit einem Sieg gegen die Esten würde Löws Team dem EM-Ticket noch näher kommen. Nach dem 3:1 der Niederlande gegen Nordirland liegen die drei besten Teams in Gruppe C mit jeweils zwölf Zählern gleichauf, wobei die Nordiren eine Partie mehr absolviert haben als Deutschland und die Niederlande. Mit Platz eins „rechnen wir nicht mehr“, sagte Bierhoff angesichts des verlorenen Direktvergleiches mit den Niederländern. Aber es reicht ja auch der zweite Platz, um bei der EM 2020 dabei zu sein.

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