Aachen - Die deutsche Dressur-Equipe reitet bei der EM in Aachen der Goldmedaille entgegen. Isabell Werth behauptete als Schlussreiterin des ersten Tages die Führung der Gastgeber. Nach dem Auftritt der fünfmaligen Olympiasiegerin im Sattel von Don Johnson führt der Titelverteidiger mit 149,986 Punkten knapp vor den Niederlanden (148,214 Punkte) und Großbritannien (145,743).

Werth zeigte bei ihrer 13. EM-Teilnahme eine solide Leistung, brachte es im Sattel ihres 14-jährigen Wallachs auf 74,786 Punkte und belegt in der Einzelwertung Rang vier. EM-Debütantin Jessica von Bredow-Werndl holte mit dem niederländischen Hengst Unee sogar 75,200 Punkte und ist Dritte hinter Diederik van Silfhout (Niederlande/75,814) und Fiona Bigwood (Großbritannien/75,800).

„Ich bin sehr zufrieden und hätte mir natürlich ein, zwei Prozent mehr gewünscht“, sagte Werth.

An diesem Freitag ist es nun an Matthias Rath mit seinem Millionenpferd Totilas (15.30 Uhr) und der Schlussreiterin Kristina Bröring-Sprehe, den EM-Titel zu sichern. Die 28-jährige Dinklagerin geht mit ihrem Erfolgshengst Desperados als letztes aller Paare erst um 19.30 Uhr an den Start (ARD und Eurosport übertragen ab 18 Uhr live). „Die Tage sind schon ziemlich lang. So spät abends zu reiten, ist Desperados nicht gewöhnt“, sagte Bröring-Sprehe am Mittwoch und fügte selbstbewusst an: „Es kann nun endlich losgehen.“

Die Team-Weltmeisterin von 2014 und zweifache deutsche Meisterin von 2015 gibt sich meist zurückhaltend und will sich auch für das Einzel am Sonnabend und Sonntag keine zu hohen Ziele setzen („Da entscheidet die Tagesform“). Den Rummel um die Rückkehr von Totilas findet sie sogar gut. „Ich kann mit der Rolle im Schatten von Totilas gut leben. Ich bin ganz froh, dass ich nicht immer im Mittelpunkt stehen muss“, erläuterte Bröring-Sprehe.

Ein Verkauf ihres Vierbeiners wie im Falle von Millionenhengst Totilas, betonte Bröring-Sprehe zuletzt, käme für sie nicht infrage: „Wir hatten schon Millionen-Angebote für Desperados. Aber er ist unverkäuflich. Auch für zehn Millionen Euro würde ich ihn nicht hergeben“, sagte sie der „Sport Bild“. Für diese Summe soll Totilas 2010 in den Besitz von Paul Schockemöhle (Mühlen) übergegangen sein.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion