Oldenburg - Bei ihrem Grand-Prix-Sieg am Freitagabend hatte sie sich nach eigenem Bekunden im Dressur-Viereck der neuen EWE-Arena wie eine Königin gefühlt. Und auch nach dem Grand Prix Special einen Tag später erhob sich das Publikum wieder für Danielle Heijkoop. Erneut wurde bei den Internationalen Oldenburger Pferdetagen die niederländische Flagge für sie gehisst und die Hymne gespielt: Die 26-Jährige aus Rotterdam avancierte zur Dressur-Königin des dreitägigen Turniers.

„Wir reiten diese Prüfung nicht oft in den Niederlanden. Bei uns wird meistens Grand Prix und Kür ausgeschrieben“, erzählte sie nach der Siegerehrung. „Mir sind auch einige Fehler unterlaufen“, räumte sie ein. Dennoch gelang ihr mit Kingsley Siro am Sonnabend als zehnter Starterin der erste von zwei Ritten, die die 70-Prozent Marke rissen. So gewann die Rotterdamerin mit einer Wertungsnote von 73,229 knapp vor Hubertus Schmidt (72,875). Dritte wurde ihre Landsfrau Katja Gevers mit Thriller (69,854). Damit wiederholte sich beim Special, dem Dressur-Höhepunkt des Turniers, exakt das Ergebnis vom deutsch-niederländischen Duell des Vortages. Insgesamt konkurrierten 13 Starter aus sieben Nationen um den Titel.

„Ich könnte mich schwarz ärgern, so ein blöder Taktfehler. Da habe ich wohl zu viel riskiert“, schimpfte Schmidt, nachdem er die Einzelnoten studiert hatte. Dabei sah der Mannschafts-Olympiasieger von Athen (2004) mit seinen zwei zweiten Plätzen eigentlich gar keinen Grund zu meckern. „Ich bin mit der Leistung von Imperio sehr zufrieden“, lobte der 54-Jährige seinen Trakehner Hengst nach getaner Arbeit.

Schmidt hatte sich schon am Vortag auf den Special gefreut: „Den reite ich mit einem jüngeren Pferd lieber. Die Prüfung fließt – das ist viel angenehmer für die Pferde.“ Das fand Imperio offenkundig auch und zeigte eine starke Leistung im Viereck.

Heijkoop, Schmidt und Gevers qualifizierten sich mit dem Ergebnis für das Finale der Champions-Serie kommendes Frühjahr in Dortmund. Das überraschte Heijkoop offenbar. „Wann ist das Turnier“, fragte die Siegerin nach und erfuhr, dass sie sich ein Wochenende im März freihalten muss. Dann folgt die Fortsetzung des Duells Deutschland gegen die Niederlande.