Oldenburg - Heißer Tanz an historischer Stätte: Wenn die Handballerinnen des VfL Oldenburg II an diesem Sonntag um 16.30 Uhr den TV Hannover-Badenstedt herausfordern und dem Tabellenführer mit einem Sieg im direkten Duell ganz dicht auf die Pelle rücken wollen, geschieht das an einem besonderen Ort. Weil die Sporthalle Wechloy, wo das Juniorteam normalerweise seine Heimspiele austrägt, anderweitig belegt und die Robert-Schumann-Halle an der Rebenstraße nicht mehr drittligatauglich ist, findet das Spitzenspiel der Dritten Liga Nord in der Sporthalle am Brandsweg statt.
Die Geschichte
„Das ist schon was ganz besonderes für uns, hier zu spielen. Dieser Ort hat ja viel mit der Geschichte des Vereins zu tun“, sagt Trainerin Kim Balthazar mit Blick darauf, dass die erste Mannschaft des VfL bis zur Fertigstellung der (inzwischen kleinen) EWE-Arena 2005 ihre Bundesliga-Heimspiele am Brandsweg absolviert und dort viele Erfolge gefeiert hat. Für das von ihr und Jonas Schlender trainierte Juniorteam ist das Duell in der aktuellen Heimspielstätte der TvdH-Handballer, die 2024/25 für 7,5 Millionen Euro saniert werden soll, dagegen eine Premiere.
Die Mütter
Für Balthazar (und nicht nur für sie) ist es fast schon eine Rückkehr in ihr Kinderzimmer. „Meine Mutter hat ja in der Halle für den VfL gespielt und auch trainiert. Da war ich als kleines Kind schon häufig dabei – aber gespielt habe ich hier selbst noch nicht“, erzählt die Tochter von Maike Balthazar. Teil dieser Geschichte sind dazu auch die Mütter von Spielführerin Griet Prante (Silke) und Laura Kannegießer (Bianca), die ebenfalls lange und erfolgreich für den VfL am Brandsweg aufliefen.
Der Traum
Diese Tradition will das Trio natürlich nur zu gern fortführen, die persönliche Premiere am Brandsweg mit einem Sieg krönen und sich damit zugleich für das 22:27 im Hinspiel revanchieren. Es war die erste von bisher nur drei Saisonniederlagen des Oldenburger Juniorteams, das seine starke Heimserie (5 Spiele/5 Siege) auch in Eversten ausbauen möchte. Dass der Spitzenreiter aus Hannover nicht unschlagbar ist, hat jüngst die HSG Blomberg-Lippe II gezeigt. Vor zwei Wochen entführte der Tabellensiebte durch ein 34:32 beide Punkte aus der Landeshauptstadt und machte den Meistertraum des VfL II damit ein Stück realer.
Die Fans
Nach ihrem hart erkämpften 30:29 im ersten Spiel nach der Weihnachtspause in Vechta könnten die Oldenburgerinnen (18:6 Punkten) jetzt nach Minuspunkten mit Badenstedt (22:4) gleichziehen. „Das ist ein absolutes Spitzenspiel, bei dem wir sicher nicht chancenlos sind. Vor allem mit unseren Zuschauern im Rücken, die hoffentlich wieder zahlreich in die Halle kommen, um uns zu unterstützen“, hofft Balthazar auf ein volles Haus am Brandsweg.
Die Generation
Auf der Tribüne sitzen wohl nicht nur einige frühere Spielerinnen – ob mit oder familiären Bezug zum Juniorteam. Auch die aktuelle VfL-Generation hat Zeit, weil kein Erstliga-Duell ansteht, und drückt wie zuletzt in Vechta sicher wieder zahlreich vor Ort die Daumen. „Das ist wichtig für die Mädels, dass sie sehen, dass sie auch von oben wahrgenommen werden“, sagt Balthazar.
