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NWZonline.de Sport

Druck kann auch Ansporn sein

13.02.2014
Frage: Herr Prof. Dr. Schweer, einige Medaillen-Favoriten sind in Sotschi bereits gescheitert. Woran kann das aus psychologischer Sicht liegen?
Schweer: Mit steigender Erwartungshaltung kann auch der Druck auf die Sportler zunehmen, das ist aber individuell sehr unterschiedlich. Inwieweit sich dies destruktiv auswirkt oder aber als zusätzlicher Ansporn wirkt, hängt davon ab, wie gut die jeweiligen Sportler bislang gelernt haben, mit einem solchen Druck umzugehen.
Frage: Bei Olympia bekommen die meisten Sportler ungewohnt viel Aufmerksamkeit. Bremst das eher oder beflügelt es die Athleten?
Prof. Dr. Martin Schweer BILD: Uni Vechta

Psychologe berät Spitzensportler

Martin Schweer (49) ist Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie sowie Leiter der Arbeitsstelle für Sportpsychologische Beratung und Betreuung an der Universität Vechta. Zudem berät Schweer Leistungssportler.

Schweer: Auch dies ist von Sportler zu Sportler unterschiedlich. Ganz entscheidend ist, dass eine solche erhöhte Aufmerksamkeit den Sportler nicht völlig überraschend trifft, sondern er sich darauf vorbereitet oder von seinem Betreuungsstab darauf eingestellt wird.
Frage: Was können Sportler machen, um mit dem Druck bei Olympia umzugehen?
Schweer: Sportpsychologische Unterstützung kann selbstverständlich grundsätzlich hilfreich sein. Die Sportler haben aber Druck bereits schon in vielen anderen Wettkampfsituationen erlebt. Sind sie in der Lage, vor den Wettkämpfen abzuschalten, sich zu entspannen und dann in den entscheidenden Momenten auf ihre Aufgabe zu fokussieren, haben sie große Chancen, ihr Leistungsvermögen auch tatsächlich abrufen zu können. Unterstützung von ihrem vertrauten Umfeld ist dabei zusätzlich hilfreich.
Frage: Rodlerin Tatjana Hüfner landete deutlich hinter ihrer Teamkollegin Natalie Geisenberger. Später keilte sie trotz Silbermedaille gegen den Verband. Warum konnte sie sich nicht einfach über ihren Erfolg freuen?
Schweer: Erfolg oder Misserfolg ist stets ein subjektives Erleben und von dem persönlichen Bewertungsmaßstab abhängig. Ist man mit dem Ergebnis, das man erzielt hat, unzufrieden, sucht man zwangsläufig nach Erklärungen dafür.
Frage: Maria Höfl-Riesch hat bei der Abfahrt schlechter abgeschnitten als von einigen erwartet. Ist nach einem Erfolg wie der Goldmedaille zum Auftakt die Luft raus?
Schweer: Ich bin überzeugt, dass dies bei einer Spitzenathletin wie Maria Höfl-Riesch nicht der Fall gewesen ist. Wir sollten aber auch nicht erwarten, dass so hervorgehobene Leistungen wie das Erringen einer olympischen Medaille quasi serienmäßig abgerufen werden können.
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