Aurich/Alsdorf - Zum siebten Mal in Folge ist die Deutschen Meisterschaften und zum zweiten Mal die Europameisterschaften im Duathlon in der Alsdorfer Innenstadt ausgetragen worden. Athleten aus der ganzen Welt stürmten die Region Aachen und ließen das beschauliche Städtchen zu einer Sporthochburg werden. Und für drei Teilnehmer vom MTV Aurich war der Start dort sogar sehr erfolgreich.

Insgesamt nahmen mehr als 1000 Athleten teil – unter ihnen Leigh Knaap, Hilke Decker und Achim Groenhagen. Die Voraussetzungen waren für die ostfriesischen Athleten sehr unterschiedlich. Während Knapp im Training für ihre erste Triathlonlangdistanz steckt, kam Decker gerade erst aus einer Verletzung zurück. Ein Ermüdungsbruch beim Ironman Duisburg 2023 musste lange ausheilen. Ähnlich erging es Groenhagen, den muskuläre Probleme immer wieder ausbremsten.

Der Duathlon bestand aus zwei Läufen a zehn Kilometer und einer 60-Kilometer langen Radstrecke. Gelaufen wurden 4 x 2,5 Kilometer rund um das ehemalige Steinkohlebergwerk „Grube Anna“, die Radstrecke wurde auf drei Runden von je 20 Kilometer aufgeteilt. Um ein größeres Starterfeld zu ermöglichen, wurden diesmal besser ausgebaute Straßen in die Runde einbezogen. Die dadurch deutlich mehr Wendepunkte führten aber zu einer sehr unrunden Fahrweise.

Leigh Knaap legte auf den ersten zehn Kilometern ein hohes Tempo vor. Nach nur 42 Minuten wechselte sie auf das Rad. Zwei Konkurrentinnen waren ihr dicht auf den Fersen. Sie hielt diesen Abstand aber. Lediglich Luca Janshen aus Bocholt hielt mit Knaap mit und übernahm damit die Führung in der Altersklasse. Kopf an Kopf gingen die beiden Athletinnen auf den abschließenden Zehn-Kilometer-Lauf. Nun machte sich das Langdistanztraining von Knaap bemerkbar, sie setzte sich ab und holte sich den Sieg mit zwei Minuten Vorsprung. So richtig glauben konnte sie im Ziel nicht, das sie die Europameisterin im Duathlon der Altersklasse 25 und somit auch Deutsche Meisterin war. „Da hätte ich nie mit gerechnet, das ist bislang mein größter Erfolg im Sport“, strahlte die sympathische Athletin. Anfang Juni kann sie dann bei der Triathlon-EM auf der Langdistanz ihr Können erneut unter Beweis stellen.

Hilke Decker ließ es auf den ersten zehn Laufkilometern etwas langsamer angehen, nicht wissend, wie ihre Form nach der langen Verletzung war. Nach 49 Minuten wechselte sie auf die Radstrecke. Sie lag hier schon deutlich hinter der Spitze zurück und lag auf dem letzten Platz ihrer Altersklasse. Dass die Mitstreiter sie aber niemals abschreiben sollten, hat sie ihrer Konkurrenz dann eindrucksvoll bewiesen. Mit ordentlich Power in den Beinen holte sie Sekunde um Sekunde auf der Radstrecke auf. Als sie dann wieder auf die Laufstrecke wechselte, war das Podium greifbar. Den zweiten Lauf absolvierte sie dann in nur 46 Minuten. „Nach meiner langen Verletzung wollte ich mich nicht schon auf der ersten Laufrunde verausgaben“, berichtete Decker. „Am Ende konnte ich dann alles geben.“ Lohn für diese Leistung: zweiter Platz bei der Europameisterschaft.

Achim Groenhagen startet in der stark besetzten Altersklasse 55. „Beim ersten Blick in die Startliste habe ich viele mir bekannte Namen gesehen. Da waren einige Welt- und Europameister eingetragen“, sagte Groenhagen noch vor dem Start. Auf der ersten Laufrunde hatte er die Konkurrenz noch im Blick. Auf dem Rad musste er sie dann aber ziehen lassen. Zu groß war der Vorsprung der Duathlon-Spezialisten. Aber auch Groenhagen ließ sich davon nicht entmutigen und schlug auch beim zweiten Lauf ein flottes Tempo an. Belohnt wurde er dann mit dem dritten Platz der Deutschen Meisterschaft.

Die Veranstaltung wird vom Marathon-Verein Eschweiler ausgerichtet. Im letzten Jahr hatten die Ausrichter schon das Ende der Veranstaltung verkündet, zu groß war der Aufwand für einen Verein aus ehrenamtlichen Helfern. Mithilfe von neuen Sponsoren und Unterstützern kann die Geschichte der Veranstaltung aber weitergeschrieben werden.