Ganderkesee - Demografischer Wandel, Ganztagsschule, Inklusion, fehlende Übungsleiter – die Sportvereine stehen vor riesigen Herausforderungen. Grund genug für die Vertreter der fünf großen Sportvereine im Landkreis Oldenburg – TSV Ganderkesee, TSG Hatten-Sandkrug, TV Hude, VfL Wildeshausen und VfL Stenum –, sich auf Einladung des TSV Ganderkesee zu einem Gedankenaustausch zu treffen.
„Große Vereine haben auch eine große Verantwortung“, sagte Peter Ache, Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB). Er wies auf die Integration von Zuwanderern hin oder den gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Handicaps. Zunehmende Belastung am Arbeitsplatz und der demografische Wandel trügen dazu bei, dass sich immer weniger Ehrenamtliche fänden, so Gastgeber Uwe Vogel, Vorsitzender des TSV Ganderkesee. „Die Leute wollen sich eher projektbezogen einbringen“, ergänzte Felix Lingenau vom TV Hude.
„Der Verein wird zum Dienstleister“, wagte Raphael Riekers, Geschäftsführer beim TSV Ganderkesee, einen Blick in die Zukunft. Das Ehrenamt bedürfe daher der professionellen Begleitung durch das Hauptamt. „Buchhaltung und Arbeitsverträge sind nicht gerade sexy“, meinte Ingo Kühling, 2. Vorsitzender der TSG Hatten-Sandkrug. Die Mehrheit der fünf großen Vereine hat bereits hauptamtliche Geschäftsführer angestellt. Das Modell könnte Vorbild für andere Clubs sein, meinte Ache. Zudem bieten sich Vereine (so die TSG Hatten-Sandkrug) an, Dienstleistungen für kleine Clubs zu übernehmen.
Im KSB sind mehr als 160 Vereine organisiert. Sie sollten in ihrer Existenz nicht gefährdet werden, war sich die Runde einig. „Auch wir bieten den 21 Sport treibenden Vereinen in Wildeshausen Unterstützung an“, so Hubert Schlüter, Geschäftsführer des VfL.
Große Themen waren auch Ganztagsschule und Sportförderung. Um Kooperationsverträge mit Schulen eingehen zu können, fehlten oft geeignete Übungsleiter, berichtete Johannes Knese, Vorsitzender des VfL Stenum. Auch bei den Schulen gebe es eine große Unsicherheit bezüglich der Vertragsgestaltung. Ziel der Vereine müsse es sein, eine einheitliche Vergütungsstruktur zu erreichen, so TSG-Vereinsvize Ingo Kühling.
„Eine sehr gute Veranstaltung“, bilanzierte KSB-Chef Ache nach dem Treffen im TSV-Heim. Im Mai wollen sich die hauptamtlichen Geschäftsführer austauschen. Eine zweite Runde von Vertretern der „Big Five“ sei im Juni geplant. Dann stehe das Thema Kommunale Sportförderung auf der Tagesordnung.
