Timmendorfer Strand/Oldenburg - Von der Copacabana an die Ostsee: Wenn an diesem Donnerstag die deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball am Timmendorfer Strand starten, baggern und blocken die frisch gekürten Olympiaseigerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst erstmals nach ihrem Triumph wieder um einen Titel.
Der in Hundsmühlen (Landkreis Oldenburg) aufgewachsene Markus Böckermann und sein Hamburger Partner Lars Flüggen wollen indes beweisen, dass sie das Vorrunden-Aus am Zuckerhut gut verdaut haben und in diesem Jahr das beste deutsche männliche Duo sind.
Alle Augen in der 6000 Zuschauer fassenden Ahmann-Hager-Arena werden aber zunächst einmal auf das Gold-Duo aus Rio gerichtet sein. Das wahrscheinlich letzte Sommer-Wochenende dieses Jahres verspricht volle Ränge, bis zu 60 000 Besucher werden an den vier Turniertagen bis Sonntag insgesamt erwartet.
Ludwig/Walkenhorst, die ersten deutschen Olympiasiegerinnen in der Geschichte dieser Sportart, hetzten zuletzt von Termin zu Termin, von Ehrung zu Ehrung, von Talkshow zu Talkshow.
„Nach vier Jahren harter Arbeit und so einem Erfolg genehmigt man sich natürlich auch mal das ein oder andere Glas“, sagte Ludwig am vergangenen Wochenende angesprochen auf die Anstrengungen nach dem Olympia-Coup im „Aktuellen Sportstudio“.
Trotz aller Ablenkung gelten die Hamburgerinnen als klare Favoriten am Urlaubsort in der Lübecker Bucht. Ludwig war schon sechsmal Meisterin, Walkenhorst zweimal.
Bei den Männern könnten der 30-jährige Böckermann, 2013 schon einmal deutscher Meister mit seinem damaligen Partner Mischa Urbatzka, und der 26-jährige Flüggen von der Rotation in anderen Teams profitieren. Nachdem das Nationalteam Kay Matysik und Jonathan Erdmann die Olympia-Qualifikation verpasst hatte und nicht mehr miteinander spielt, treten beide Berliner mit anderen Partnern an. Matysik bildet mit Alexander Walkenhorst (Essen) ein Team, Erdmann mit Thomas Kaczmarek (Berlin).
Böckermann/Flüggen sind aber das topgesetzte Duo im Feld. Nach ihrem sieglosen Rio-Auftritt – die Teilnahme war für beide schon ein großer Erfolg – spielten sie am vergangenen Wochenende in Kühlungsborn erstmals wieder ein Turnier auf der deutschen Tour. Mit Platz drei ließen sie noch Luft nach oben für die Meisterschaften am Timmendorfer Strand. „Wir waren platt. Trainingsmangel, Schlafmangel, jede Bewegung war am Ende ein Kampf“, gestand Böckermann später.
Der Auftritt an der Ostsee könnte sogar der Letzte des Duos werden. „In der Woche danach werden Lars, unser Trainer Bernd Schlesinger und ich uns hinsetzen und beraten, wie es weitergehen soll“, sagte Böckermann zuletzt in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. In seinem erlernten Beruf als Ingenieur könne er mehr Geld verdienen. Gleichzeitig sagte er aber auch, dass es ihm im Beachvolleyball nicht ums Geld gehe: „Der Spaß steht im Vordergrund.“ Davon wird es aber bei der 24. Auflage der DM am Timmendorfer Strand wahrscheinlich wieder jede Menge geben.
