Cloppenburg - Nach rund 15 Jahren kontroverser Diskussion um den Bau eines Sport- und Freizeitparks für alle Generationen im Stadion an der Friesoyther Straße sollen die Arbeiten noch an diesem Freitag beginnen. Das sagte Erster Stadtrat Andreas Krems am Donnerstag bei einem Ortstermin mit dem Generalplaner Jens Gerdes (Oldenburg), dem Fachplaner für die Skateranlage, Ralf Maier (Köln), sowie der ausführenden Firma Stegemann (Löningen).

Der Mehrgenerationenpark (MGP) hat eine Fläche von insgesamt 12 000 Quadratmetern. In dem ersten Bauabschnitt, mit dem jetzt begonnen wird, sollen auf einem Hartspielfeld eine Skateranlage sowie Geräte für Parkoursportler, Streetballer und BMX-Fahrer entstehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 600 000 Euro.

Angesprochen auf die derzeitige Skateranlage am ZOB Pingel Anton, erklärte Maier, dass diese längst nicht mehr zeitgemäß und „eigentlich nicht mehr verkehrssicher“ sei. Dem widersprach Erster Stadtrat Krems umgehend. Die Anlage sei immer abgenommen gewesen.

Im kommenden Jahr soll die Sandspielfläche mit einem Klettergerät, einem Fitnessbereich auch für Senioren und einem Spielplatz für Kleinkinder für rund 300 000 Euro erstellt werden. 2018 entsteht dann für das gleiche Geld die Rasenspielfläche unter anderem für Volleyball. Jeder der drei Bereiche wird im Übrigen 4000 Quadratmeter groß sein.

Unterdessen gibt es Streit zwischen dem Verein für Kinder und Jugendliche (VKJ), der maßgeblich die Skateranlage mit angeschoben hat, und der Stadtverwaltung. Der VKJ hatte beim Citylauf am 24. September für den MGP Geldspenden sammeln wollen (die NWZ  berichtete). Nun kam am Donnerstagmorgen die Absage mit der Begründung, dass es „diverse Unklarheiten zwischen dem VKJ und der Stadt“ gebe. Es seien – so die VKJ-Vorsitzende Sandra Heiden – offenbar von der Stadt nur Sachspenden gewünscht gewesen – welcher Art, das habe man trotz vermehrter Nachfragen bei der Verwaltung nicht in Erfahrung bringen können.

Diese Vorwürfe wies die Stadt noch am Donnerstagnachmittag zurück. Jeder Verein könne sowohl Geld- als auch Sachspenden sammeln, sofern diese nicht einem ungesetzlichen Zweck dienten, hieß es. Heiden habe zudem die Bereitschaft der Stadt, in Sachen MGP mit ihr zusammenzuarbeiten, „auf eine harte Probe gestellt“. So habe Heiden den von der Stadt beauftragten Planer sowie städtische Mitarbeiter in einem äußerst aggressiven Tonfall angegriffen – „ganz abgesehen von ihren Kommentaren in den sozialen Netzwerken“. Zudem habe sie bereits vor Wochen erklärt, nichts mehr mit dem Projekt zu tun haben zu wollen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland