Bad Zwischenahn - Eigentlich war es gar keine Revanche, sondern ein Entscheidungsspiel: Argentinien hatte 1986 den Fußball-WM-Pokal durch ein 3:2 gegen die deutsche Nationalmannschaft gewonnen, die sich 1990 mit einem 1:0 revanchierte. Das Aufeinandertreffen der Altstars in Bad Zwischenahn am 8. Juli 1997 ist dennoch unter dem Begriff „WM-Revanche“ in die Geschichte des Ortes eingegangen. Denn so hatten die Organisatoren Dieter Burdenski und Hans-Georg Brinkmeyer das Spiel der Fußball-Altstars im Stadion an der Eyhauser Allee genannt.

17 Jahre und drei Tage später blickt der Hotelier auf das Ereignis zurück – unmittelbar vor dem nächsten WM-Finale der Mannschaften: „Das war ein riesen Spektakel, 8000 Menschen im Stadion. Da waren Menschenmassen unterwegs.“ Dabei sei die Organisation ein wahrer Kraftakt gewesen. In nur sechs Wochen sei alles von einem 20-köpfige Team geplant und umgesetzt worden.

Angefangen hatte alles mit einer Burdenski-Aktion auf Sylt. Von Brinkmeyer angesprochen, etwas „Verrücktes“ für und in Bad Zwischenahn zu machen, hatte der frühere Nationaltorwart nach kurzer Bedenkzeit eine Idee: ein Spiel früherer deutscher Fußballnationalspieler gegen argentinische – angeführt von echten Weltmeistern. Bei den Südamerikanern zauberte Mario Kempes (Weltmeister von 1978) noch einmal, für Deutschland spielten unter anderem Bernd Hölzenbein (Weltmeister 1974) sowie die Vize-Weltmeister Felix Magath (1982 und 1986) und Uli Stielike (1982). Burdenski (WM-Teilnehmer 1978) selbst hütete noch einmal das Tor. Den entscheidenden Treffer zum 1:0 markierte Frank Ordenewitz in der 25. Minute.

Bundesweit habe dieses Ereignis Beachtung gefunden, erinnert sich Brinkmeyer. So habe das ZDF live aus dem Kurort gesendet. Der Anstoß sei in der kurz zuvor gestarteten Sendung „Hallo Deutschland“ gezeigt worden. Sogar die Wettervorhersage der Nachrichten habe Gunther Tiersch von hier aus moderiert – samt Bad Zwischenahn auf der Wetterkarte. Schlagersänger Peter Beil, Showmaster Rudi Carrell, Turnweltmeister Eberhard Ginger, der den Spielball als Fallschirmspringer mit auf die Erde brachte, und weitere Prominente machten aus dem Fußballspiel schließlich auch ein gesellschaftliches Event.

An eins hatte Brinkmeyer seinerzeit allerdings nicht gedacht: den Dolmetscher für die anschließende Pressekonferenz mit Mario Kempes. Kurzerhand sprang Stielike ein, der 1977 bis 1985 bei Real Madrid gespielt hatte.

Und jetzt, 17 Jahre später? Wie wird die Revanche der WM-Revanche ausgehen? Ein 1:0 würde doch reichen, meint Brinkmeyer – für Deutschland selbstverständlich. Und wer weiß, vielleicht findet die endgültige Revanche ja dann wieder in Bad Zwischenahn statt.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)