Rodenkirchen - Der Rodenkircher Rollerfahrer Rainer Hartmann ist sehr zufrieden mit der Rennsaison dieses Jahres. Zwar ist er selbst in der offenen Klasse bis 300 Kubikzentimeter nur im Mittelfeld gelandet, aber als Veranstalter der offiziellen Deutschen Scooter-Meisterschaften fühlt sich der 47-Jährige bestätigt.
Scooter ist das englische Wort für Roller. Bei den Scooter-Meisterschaften geht es um getunte Zweiräder, die das Niveau des Straßenrollers weit hinter sich lassen.
Guten Namen erworben
Zum ersten Mal ist Rainer Hartmann als Veranstalter dieser Meisterschaften aufgetreten – zusammen mit dem Bremerhavener Motorsport-Club (BMC). Den Titel hatte Wolfgang Thiebe, der Inhaber des Harzrings im sachsen-anhaltinischen Aschersleben, erworben und Anfang des Jahres an Rainer Hartmann weitergegeben. Der gelernte Mechaniker hat sich in der deutschen Scooter-Szene einen guten Namen gemacht, denn vorher hatte er drei Jahre lang den nach ihm benannten RH-Scooter-Cup organisiert.
„Für mich bringt die Veranstaltung der Deutschen Meisterschaften vor allem Promotion“, sagt Rainer Hartmann, der sich 2006 an der Grünen Straße mit einem Zweirad-Geschäft selbstständig gemacht hat. Jetzt verkauft er Roller-Teile in ganz Deutschland und nach Österreich. Dank seiner vier Sponsoren kann er den anderen Roller-Piloten auch günstige Preise anbieten.
Ansonsten ist die Ausrichtung einer Deutschen Meisterschaft vor allem mit viel Arbeit verbunden, sagt Rainer Hartmann – ganz besonders mit Arbeit, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Umso mehr dankt er dem Bremerhavener Motorsport-Club für die Unterstützung.
Die Deutsche Scooter-Meisterschaft wird in sieben Läufen ausgerichtet, das Finale fand auf dem Harzring statt. Rund 50 Starter waren dabei und entrichteten ihre Gebühren. Bei der Siegerehrung freute sich Hartmann, dass zwei Roller-Piloten aus der Wesermarsch sehr gut abgeschnitten hatten: Der Nordenhamer Stefan Beyer verpasste in der Klasse 1 der Roller bis 50 Kubikzentimeter nur knapp den Titel und wurde Vizemeister, der Rodenkircher Oktawian Jezierki brauste in der Klasse 3 bis 70 Kubikzentimeter ebenfalls knapp am Sieg vorbei und erreichte Platz drei.
Mehrere Stürze
Für Rainer Hartmann lief es dagegen weniger gut. Er trat in der zweiten Saison mit seinem Roller der spanischen Traditionsmarke Derbi an, dessen 27-PS-Motor bis auf Tempo 150 beschleunigt. Normalerweise hat ein solcher Rollermotor nur 15 PS. Nach mehreren Stürzen verlor der Rodenkircher jedoch den Anschluss an die Spitze und musste mit einem Platz im Mittelfeld vorlieb nehmen. Doch das hat weder seiner Gesundheit noch seiner Leidenschaft für die kleinen Flitzer geschadet.
