EINSWARDEN - Weniger Programm, dafür mehr Möglichkeit zum Gespräch in gemütlicher Runde – das kennzeichnete ein Treffen anlässlich des Internationalen Frauentages am Montagvormittag im Mehrzweckhaus in Einswarden. Refugium Wesermarsch, Verein für interkulturelle Arbeit, hatte dazu eingeladen. Es gehe um mehr Dialog und Toleranz, erläuterte stellvertretende Vorsitzende und Büroleiterin in Nordenham, Zeliha Aykanat.
42 Frauen türkischer und deutscher Herkunft waren gekommen – darunter viele, die keiner Frauenorganisation angehören. Anlässlich des Frauentages sollten sie die Möglichkeit haben, sich selbst zu feiern und Freundschaften zu schließen.
Im Gespräch mit derNWZ
sagte Zeliha Aykanat: „Es wird zu wenig geredet. Das fehlt den Menschen. Alles muss ganz schnell gehen. Wir sind zu einer Gesellschaft geworden, in der nicht viel gesprochen wird.“ Sie bezeichnete das Treffen in Einswarden als „Begegnung auf Augenhöhe für alle Frauen“.Für mehr Engagement
Damit weitere Fortschritte in der Gleichberechtigung erreicht werden können, müssten sich auch Frauen mehr bewegen, sich verstärkt engagieren und organisieren bis hin zum politischen Einsatz, so die Refugium-Mitarbeiterin.
Auch stellvertretende Landrätin Uta Elb war gekommen. „Ich finde es toll, dass Refugium dieses Treffen organisiert hat und damit das Miteinander fördert“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordenham, Karin Windheim-Czichon.
Sie hatte auch wegen eines Treffens der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis auf das in den Vorjahren veranstaltete Frühstück in der Jahnhalle diesmal verzichtet. Mit Blick auf den 100. Internationalen Frauentag im März 2011 kündigte Windheim-Czichon aber an: „Da müssen wir etwas ganz Großes in der Jahnhalle machen.“
Zum kleinen Programm während des Frauentreffens in Einswarden gehörte nach Eröffnung des Frühstücksbüffets ein „Vorher- und Nachherspiel“. Friseurin Yasemin Dilbaz aus Friedrich-August-Hütte und Kosmetikerin Birte Vowinkel aus Einswarden schminkten und frisierten kostenlos. Später gabs eine Präsentation der Ergebnisse.
Refugium-Mitarbeiterin Nadine Deberding las eine Geschichte vor, die humorvoll zeigte, wie das eine oder andere drunter und drüber gehen kann, wenn die Frau im Urlaub und der Mann allein zu Haus ist.
Kreativer Nähtreff
Der Refugium-Nähtreff bot Kreatives mit Pfiff an: schmucke Wäscheklammerbeutel, Aufbewahrungstaschen für Hausschuhe und Küchenschürzen, die aussehen wie wie ein ansprechender Rock mit Weste.
Zum Abschluss trug Zeliha Aykanat ein nachdenklich stimmendes Gedicht über Gewalt an Frauen vor, das deutlich machen sollte: Niemand solle weggucken, sondern hinschauen sei geboten.
