Sande - Drei Niederlagen in Serie haben absoluten Seltenheitswert beim ECW Sande seit der Neugründung des Vereins in 2016. Nach der 2:5-Niederlage vor zwei Wochen gegen die Harzer Falken war es am vergangenen Doppelspieltag nun allerdings mal wieder so weit: Am Freitagabend zog der Spitzenreiter der Eishockey-Regionalliga Nord überraschend mit 3:6 (0:2, 2:2, 1:2) bei den Weserstars Bremen den Kürzeren. Keine 24 Stunden später mussten sich die Jadehaie im Spitzenspiel Verfolger Harzer Falken erneut geschlagen geben – diesmal allerdings hauchdünn mit 2:3 (0:0, 1:2, 1:0, 0:1) nach Verlängerung.

Weserstars Bremen - ECW Sande 6:3 (2:0, 2:2, 2:1). Keine 30 Sekunden waren in der Eishalle Paradice gespielt, da lagen die Gäste schon mit 0:1 zurück. Und nach 25 Minuten stand es 0:4. „Unsere Mannschaft hat nur sehr, sehr wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, ärgerte sich ECW-Coach Nick Hurbanek: „Wir hatten auch ein paar gute Phasen, haben dabei aber selbst allerbeste Chancen ausgelassen.“

Jubelt und spielt ab sofort nicht mehr für den Eishockey-Regionalligisten ECW Sande: Sommerzugang Tony Allouchery kehrt wieder in seine französische Heimat zurück.

EISHOCKEY-REGIONALLIGIST ECW SANDE Jadehaie stehen vor doppeltem Kraftakt binnen 24 Stunden

Henning Busch
Sande

Zweimal kämpfte sich Sande noch mal auf zwei Treffer heran – zum 4:2 (34.) und 5:3 (49.). Doch zur Wende reichte es nicht mehr. Zumal sich die Gäste selbst schwächten, indem sie sich in einer Partie mit insgesamt 74 (!) Strafminuten auf die Provokationen und Nickeligkeiten der Weserstars einließen. Negativer Höhepunkt war die Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Sandes Vitalijs Jache wegen Meckerns (54.) – gleichbedeutend mit einer Sperre für das nachfolgende Falken-Heimspiel. „Darum bin ich in der Kabine dann auch sehr laut geworden, denn wir wussten ja, was in Bremen auf uns zukommt“, grantelte Hurbanek.

Einer der wenigen Lichtblicke im ECW-Team sei indes Neuzugang Aleksandrs Baburins gewesen. Der 35-jährige lettische Stürmer habe sich trotz Trainingsrückstands „sehr gut eingeführt“.

ECW Sande - Harzer Falken 2:3 n.V. (0:0, 1:2, 1:0, 0:1). Vor 350 Zuschauern wollten sich die Jadehaie nicht nur stark formverbessert gegenüber der Pleite an der Weser zeigen, sondern möglichst auch Revanche für die 2:5-Niederlage vor zwei Wochen an gleicher Stätte gegen die Gäste aus Braunlage nehmen. Doch das Vorhaben gelang – zumindest vom Ergebnis her – nicht ganz.

„Gegen die Falken haben unsere Jungs das gemacht, was wir in den letzten beiden Wochen trainiert haben. Sie haben Kampf und Leidenschaft in einem super Eishockey-Spiel von beiden Seiten gezeigt“, lobte Hurbanek: „Gutes Forechecking, Räume dicht gemacht, in der defensiven Reihe gut gestanden – und vor allem nach vorn endlich mal einfach gespielt.“

Bereiten die ECW-Trainer Nick Hurbanek (links) und Slava Koubenski (Mitte) schon in der neuen Saison die Sander Spieler auf internationale Gegner vor?

EISHOCKEY-REGIONALLIGIST ECW SANDE NIMMT „BENE-LEAGUE“ INS VISIER Darum wollen Jadehaie bald international spielen

Henning Busch
Sande

Zwar waren die Hausherren nach dem torlosen ersten Drittel durch einen Gegentreffer von Christoph Koziol in Rückstand geraten (21.), doch glich Artur Galwas zum 1:1 aus (31.). Filip Mrava brachte die Braunlager wenige später wieder in Front (33.), doch boten die Sander den Falken weiter ein Duell auf Augenhöhe. „Wir haben viele Chancen herausgespielt, allerdings hatte Braunlage in Taylor Dupuis einen Hexer im Tor, der einen Sahnetag erwischt hatte“, erläuterte Hurbanek.

Dennoch glichen die Sander durch ihren Kapitän Sergejs Piskunovs im Schlussdrittel zum 2:2 aus (49.). Dabei blieb es bis Ende der regulären Spielzeit. In der Verlängerung gelang Braunlages Koziol dann der Siegtreffer (63.).

Dennoch: „Unsere Jungs haben 24 Stunden nach dem anstrengenden Spiel in Bremen eine echte Energieleistung gezeigt“, lobte Hurbanek: „Meiner Meinung nach hätten wir die zwei Punkte auch mehr verdient als Braunlage. Aber leider sind wir zweimal einen Tick zu weit aufgerückt, was die Falken dann mit zwei guten Breaks zu Gegentoren genutzt haben.“

Derweil zollte Gästetrainer Josef Potac seiner nur mit zwölf Spielern angereisten Mannschaft ein großes Lob: „Chapeau! Sie hat bis zum letzten Pfiff ohne Ende gekämpft.“

Abschließend betonte Hurbanek, dass die Falken trotz diverser Ausfälle „immer noch genug Qualität in den Reihen hatten, um uns zu schlagen“: „Und wir hatten schon ein Spiel von Freitagabend in den Beinen.“ Daher zeigte er sich unterm Strich mit einem geholten Punkt zufrieden: „Darauf können wir aufbauen.“

Die Statistik:

Weserstars Bremen - ECW Sande 6:3 (2:0, 2:2, 2:1)

Tore 1:0 Egle (1. Minute/Vorlage Julien, Aberson), 2:0 Julien (9./Egle, Hofmann), 3:0 Hofmann (22./Rosvall, Juilen), 4:0 Gluchich (25./Sabudski, Aberson), 4:1 Raratjczak (34./Zubulis, Galwas), 4:2 Piskunovs (34./Maier, Noviks), 5:2 Hanewinkel (45.), 5:3 Kubara (49./Herz, Baburins), 6:3 Hanewinkel (52./Lütjen, Egle).

Strafminuten 20 Weserstars + 10 Rosvall + 5 Sabudski – 14 Sande + 20 Jache + 5 Balakuns.

ECW Sande - Harzer Falken 2:3 n.V. (0:0, 1:2, 1:0, 0:1)

Tore 0:1 Koziol (21./Boos, Staif), 1:1 Galwas (31./Noviks, Zubulis), 1:2 Mrava (33./Chaloupka), 2:2 Piskunovs (49./Maier, Tretjakovs), 2:3 Koziol (63./Mrava, Chaloupka).

Strafminuten 4 Sande – 4 Harzer Falken.

Nächste Spiele ECW Sande - Wunstorf Lions (Samstag, 16. Dezember, 19.30 Uhr, Eishalle Weserstraße), Harzer Falken – ECW Sande (Freitag, 29. Dezember, 20 Uhr).

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)