Sande - Keine zwei Wochen vor dem Auftakt der Playoffs in der Eishockey-Regionalliga Nord befindet sich der ECW Sande weiter auf der Suche nach seiner Bestform. Nur einen Tag nach dem 8:6 (2:2, 3:3, 3:1)-Arbeitssieg im Heimspiel gegen die stark ersatzgeschwächten Weserstars Bremen kassierten die Jadehaie am Sonntagabend im Spitzenspiel bei den Beach Devils Timmendorf mit 2:4 (1:2, 0:2, 1:0) ihre vierte Saisonniederlage. Zugleich rutschte der amtierende Meister auf den dritten Tabellenplatz ab.
Appell an ECW-Spieler
„Ich halte immer die schützende Hand über unsere Spieler. Aber es wird Zeit, dass alle wieder mit den kleinen, aber wichtigen Tugenden wie Kampf oder Leidenschaft anfangen“, erwartet ECW-Coach Nick Hurbanek in den nächsten entscheidenden Wochen eine deutliche Leistungssteigerung von seinen Mannen.
Wie so häufig in dieser Spielzeit waren die Friesländer auch an der Ostsee früh in Rückstand geraten. Vor 813 Zuschauern hatte Sandes Artjoms Tretjakovs im Versuch, die Situation zu klären, einen Schuss von Timmendorfs Kristofers Bite unglücklich ins eigene Tor abgefälscht (6.). Etwas später rückte der für seine robuste Spielweise bekannte ECW-Neuzugang Andrew McPherson das erste Mal in den Fokus. Der 44-jährige Deutsch-Kanadier kassierte bei seiner Premiere im Sander Trikot nach einem Bandencheck eine Fünf-Minuten-Strafe (13.). „Die Unterzahl haben wir aber zunächst gut überstanden“, sagte Hurbanek – zumal Artur Galwas per Shorthander sogar zum 1:1 ausgleichen konnte (17.). Doch die Freude währte nur kurz: Vier Sekunden vor Ablauf der Sander Strafe brachte Jonah Henderson die Hausherren mit einem Überzahltor wieder in Front – 2:1 (18.).
Im Mitteldrittel erhöhten die Timmendorfer durch Henderson (22.) und Brett Mennear (26.) sogar auf 4:1. Zwar versuchten die Sander vieles, um den Anschlusstreffer zu erzielen, doch scheiterten sie mehrmals an CET-Goalie Ryan Bontorin. Im Schlussabschnitt reichte es für die Gäste dann nur noch zum 4:2 von Marian Dejdar (47.).
Viele Chancen nicht genutzt
„Wir hatten im letzten Drittel viele Chancen in Überzahl im 5:4 oder sogar 5:3. Aber die Trefferquote war wirklich nicht die beste“, bedauerte Hurbanek: „Da hätten wir noch ein, zwei Treffer erzielen müssen. Aber wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht.“
Es seien diverse Kleinigkeiten, die in Summe zum aktuellen Leistungstief führten, erläuterte der ECW-Coach. „Es fehlen zehn Prozent mehr Kampf. Oder zum Beispiel kassieren wir wieder zwei Gegentreffer durch abgefälschte Schüsse von oben, obwohl wir seit Wochen davor warnen. Aber es passiert nichts“, ärgerte sich Hurbanek.
Dagegen attestierte er McPherson einen gelungenen Einstand. „Er ist körperlich gut drauf, ein guter Kerl in der Kabine und sein Einsatz und Wille auf dem Eis stimmt. Davon fünf mehr in unserem Team und es sieht anders aus.“
Beach Devils Timmendorf - ECW Sande 4:2 (2:1, 2:0, 0:1)
Tore 1:0 Bite (6. Minute/Vorlage Lavoie, Habel), 1:1 Galwas (17./Holiga), 2:1 Henderson (18./Martens), 3:1 Henderson (22./Habel, Bite), 4:1 Mennear (26./Henderson, Sagau), 4:2 Dejdar (47./Piskunovs, Tretjakovs).
Strafminuten 16 Timmendorf + 10 L. Synowiec – 4 Sande + 5 McPherson.
Zuschauer 813.
Nächste Spiele ECW Sande - Adendorfer EC (Samstag, 19.30 Uhr, Eishalle Sande), Harsefeld Tigers - ECW Sande (Sonntag, 19.30 Uhr).
Anmerkung: Nach dem Ende der Hauptrunde beginnen am 1. März die Playoffs der ersten acht Teams mit dem Viertelfinale.
