„Das ist der blanke Wahnsinn, ich denke, das war meine erfolgreichste Saison. Nie hätte ich damit gerechnet“, meinte die 28-Jährige nach ihrem Erfolg über die Langstrecken-Spezialistin. In 7:18,32 Minuten legte sie eine Zeit vor, an der sich alle Rivalinnen, allen voran Claudia Pechstein, die Zähne ausbissen. Die viermalige Olympiasiegerin lag lange Zeit auf Sieg-Kurs, musste aber auf den letzten Runden ihrem Tempo Tribut zollen und landete nur hauchdünn geschlagen mit 0,35 Sekunden Rückstand auf dem Silberrang.

Nachdem Anni Friesinger am Mittag über 1000 m schon ihr zweites Silber eingefahren hatte, konnten die beiden Stars die Bilanz der Deutschen somit noch gehörig aufpolieren. Mit zweimal Gold und viermal Silber verhinderten sie in letzter Minute das bislang schlechteste Abschneiden des deutschen Verbandes in der Geschichte der Einzelstrecken-Titelkämpfe. „Den Ausschlag über Gold gab heute der Heimvorteil“, meinte Pechstein-Coach Joachim Franke.

Über 1000 m hatte Anni Friesinger den WM-Hattrick knapp verfehlt. Ausgerechnet ihrer Trainingsgefährtin Barbara de Loor musste sie den Sieg überlassen. Die Niederländerin war in 1:18,24 Minuten um 0,22 Sekunden schneller als die Titelverteidigerin. „Jetzt bin ich echt happy. Gott sei Dank hat die WM noch ein perfektes Ende gefunden“, sagte Friesinger. Nach Silber über 1500 m hatte Anni Friesinger tags zuvor mit Sabine Völker und Daniela Anschütz mit dem Triumph in der

Team-Verfolgung in 3:05,81 Minuten ein Signal gesetzt.

Für einen Hoffnungsschimmer in einem enttäuschenden deutschen Männer-Team sorgte der Chemnitzer Marco Weber, der über 10 000 m in 13:46,58 Minuten mit Platz sieben belohnt wurde. Ansprechend war auch Platz zehn von Jan Friesinger (Inzell) über 1500 m.