Löningen/Hannover - Parasportlerin Tina Deeken zittert ja öfter mal. Aber das ist schließlich normal, wenn man nach einem Eisschwimm-Wettkampf aus dem meist unter fünf Grad kalten Wasser steigt. Mitte März könnte es aber durchaus mal passieren, dass die 46-Jährige vor Aufregung zittert. Schließlich wird dann bekanntgegeben, wer die Behindertensportlerin oder der Behindertensportler des Jahres in Niedersachsen geworden ist. Eine solche Auszeichnung wäre auch für eine Titelsammlerin wie die 46-jährige Löningerin etwas ganz Besonderes. Seit dem 10. Februar und bis zum 8. März kann für die 14-malige Weltmeisterin im Para-Eisschwimmen abgestimmt werden (www.bsn-ev.de/voting). Die Gewinnerin oder der Gewinner wird dann am 16. März in Hannover gefeiert.
Wettkampf in den Niederlanden
Dort wohnt die gebürtige Löningerin bekanntlich schon lange, aber ihr Sport führt sie immer wieder weit von zu Hause weg. Für ihren letzten Eisschwimm-Wettkampf der Saison ging es vor Kurzem nach Bodegraven in die Niederlande. Dort nahm sie zusammen mit Trainingspartner Tobias Prüßner am „Green Heart Ice Swim“ teil. Zwar lag dort die Wassertemperatur bei über fünf Grad, so dass es keine Anerkennung etwaiger Bestzeiten gab, aber es war immer noch kalt genug, um hier und da Teilnehmer mit blauen Lippen zu sehen.
Dass Tina Deeken im übertragenen Sinne ein grünes Herz hat, konnte sie mit ihrem Engagement für Umweltschutz schon unter Beweis stellen. In Bodegraven zeigte die 46-Jährige, die nach einer Operation wegen eines angeborenen Hüftschadens unter der Lähmung ihres linken Beines leidet, einmal mehr, wie schnell sie durch das eiskalte Wasser gleiten kann: „Ich bin vier Strecken geschwommen: 500-m-, 100-m- und 50-m-Freistil sowie 100-m-Brust. Ich habe viermal die Para-Kategorie gewonnen und über 50 m sogar den dritten Platz in der offenen Klasse geholt“, freute Deeken sich über einen gelungenen Abschluss.
Post aus London
Auf den folgte nun noch Post aus London. Dort hat die Guinness World Records Company ihren Sitz, die Deeken bescheinigte, im Januar bei den Eisschwimm-Weltmeisterschaften in Frankreich in 39,68 Sekunden einen Weltrekord über 50 Meter – sowie zusätzliche über 100 und 250 m – im Para-Eisschwimmen der Frauen aufgestellt zu haben.
Nein, an Pokalen, Medaillen und Urkunden mangelt es Tina Deeken nicht. Aber diesen Titel als Behindertensportlerin des Jahres in Niedersachsen würde sie ja schon gerne noch bekommen. Er würde ihr Herz höher schlagen lassen. Das grüne Herz, das auch unter extremen Bedingungen so tolle Leistungen ermöglicht...
