ELSFLETH - Schlachtgesänge ließen am Sonnabend gegen 19 Uhr die Kaje erzittern, die Kutterpuller hatten neun Stunden lang alles gegeben und feierten sowohl Siege als auch Niederlagen „Einst ging ich am Ufer der Hunte entlang.“ Mit dem nicht ganz stubenreinen Lied freute sich das Team „Boje´s Erben“ über seinen stolzen zweiten Platz. Geschlagen wurden die „Erben“ nur von einer Crew, die ihren Heimvorteil nutzte: das beste Rennen pullte das Elsflether Team „Die Holzwürmer“, schicke Jungs in schniekem schwarz-weißem Zimmermannslook. Den 3. Platz erruderte sich das Team „Pulver-Fass“
Zum Pullen standen den 23 teilnehmenden Teams, darunter zahlreiche Crews befreundeter Hochschulen aus ganz Norddeutschland, das Boot „Kakerlake“ zur Verfügung, die einstige „Beluga Dynamite“ hatte man für das Rennen auf den sinnigen Namen „Schweineeimer“ neu getauft. Am Huntepromenadenweg hatten die Crews ihre Zelte aufgeschlagen, die bunten T-Shirts der Puller wiesen auf ihre Herkunft hin, man sah aber auch markige Nato-Oliv-Tarnanzüge und einige blaue Schlümpfe. Den besten Überblick verschufen sich die Jungs vom Team „Pullermann“ ganz oben auf dem Seezeichen, dort war gut zu erkennen, welche Crew auf der Hunte die Nase vorn hatte. Nicht alle Teams hatten das synchrone Eintauchen der Riemen perfekt drauf, mancher Riemensalat führte zum Verlust wertvoller Sekunden. Trotz Bombenstimmung bei der Siegerehrung war manch ein Puller am Ende reichlich geschafft. „Meine Arme sind länger als die Riemen“ grinste ein Teilnehmer, ein Schluck aus der Bierpulle linderte dann alle Schmerzen.
Von der Sause an der Kaje zur großen Sause am Abend beim Seefahrtschulfest? Davon war gegen 22 Uhr im Fachbereich noch nichts zu merken. Gähnende Leere in der Aula, auf der großen Leinwand mit dem kleinen Bild knödelte ein französischer Tenor beim European Song Contest und auch Lenas „Stranger“ lockte nur wenige Zuschauer in die Aula. Zwei Stunden später ein ganz anderes Bild: Party mit Live-Musik im rappelvollen Zelt, Party in der rappelvollen Aula – Party bis zum frühen Morgen – besser gings nicht.
