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Handball Athletiktraining mit neuer App und detaillierten Plänen

Elsfleth - Athleten aus Einzelsportarten sind es gewohnt, sich alleine fitzuhalten und eigene Trainingspläne abzuarbeiten. Mannschaftssportlerinnen und -sportler müssen kreativ sein, um sich fitzuhalten. Das Training in Gruppen ist derzeit nicht möglich. Fast alle Trainerinnen und Trainer haben ihren Schützlingen deshalb Pläne an die Hand gegeben, mit denen sie sich selbstständig fit halten und machen sollen. Die NWZ hat sich mit dem Vorsitzenden der Handball-Abteilung des Elsflether TB, Sascha Klostermann, darüber unterhalten, wie das Einzeltraining beim ETB organisiert und umgesetzt wird. Dabei kam heraus: Der ETB schlägt neue Wege ein.

Drei Einheiten pro Woche

Das Herrenteam muss für die mögliche Fortsetzung des Abstiegskampfes in der Oberliga Nordsee gewappnet sein. Die Spieler absolvieren drei Einheiten pro Woche nach Vorgaben des Trainerteams um Chefcoach Florian Doormann. Dazu zählen ein Lauf über sechs Kilometer und zwei Einheiten, in denen der Fokus auf dem Krafttraining liegt. Sie dauern 45 bis 60 Minuten.

Auch die Spielerinnen des Elsflether Frauenteams schuften drei Mal pro Woche. Allerdings unterscheidet sich die Planung von der des Männerteams. Sie trainieren zwar ebenfalls drei Mal in der Woche jeweils 60 Minuten lang. Allerdings arbeiten sie mit einer App auf dem Smartphone. Die Spielerinnen seien sofort bereit gewesen, sich auf dieses Experiment einzulassen, sagt Klostermann.

Ein Athletiktrainer aus München habe die App eigens auf den Handballsport zugeschnitten, erzählt er. „Sie soll den Spielerinnen und Spielern helfen, verletzungsfrei durch die Handballkarriere zu kommen.“

Er habe sich die App mit ihren Übungen und Tipps angeschaut und sei zu der Erkenntnis gekommen: „Das ist etwas, mit dem ich mich identifizieren kann.“

Die App berücksichtige alle Bausteine des Athletiktrainings, sagt Klostermann. „Athletik ist ja nicht nur Kraft“, sagt er. Kondition, Koordination und Mobilisation seien die anderen Bestandteile. Eine Trainingseinheit bestehe zum Beispiel aus den Teilbereichen Erwärmung, Prävention, Kraft und einem Cool Down.

Deutliche Unterschiede

Klostermann mag die Vielseitigkeit der App. Die Spielerinnen könnten zum Beispiel auswählen, ob das Training auf eine Torhüterin oder eine Feldspielerin zugeschnitten werden soll. „Da gibt’s schon deutliche Unterschiede“, sagt er und nennt Beispiele: „Eine Torhüterin muss beweglicher sein als eine Feldspielerin. Dagegen spielt bei der Torhüterin die Maximalkraft eine geringere Rolle.

Außerdem könnten die Spielerinnen wählen, welche Trainingsmöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, sagt er. Die Fitnessstudios sind zwar derzeit geschlossen. Viele Sportlerinnen und Sportler haben aber kleine Hanteln oder auch ein Springseil zu Hause. Das alles berücksichtige die App bei der Erstellung der Pläne.

Und auch die Trainingsperiodisierung könne über die App gesteuert werden, sagt Klostermann. Die Pläne richten sich also auch danach, in welcher Saisonphase sich die Spielerinnen gerade befinden.

Auch für zwei Jugend-Teams hat Klostermann die Pläne geschrieben: für die C-Jugend und die B-Jugend. Wenn es denn in diesem Jahr noch weitergehen sollte, wollen sie in den Qualifikationsspielen zu den nächsthöhren Klassen in einer guten körperlichen Verfassung sein. Auch die jungen Handballer müssen drei Mal in der Woche Gas geben – idealerweise montags, mittwochs und freitags, damit zwischen den Einheiten genügend Zeit für die Regeneration bleibt. In der ersten Woche hätten fast alle die drei Einheiten schon Mitte der Woche hinter sich gebracht, sagt Klostermann. „Das zeigt, wie viel Langeweile die Jungs haben.“ Zugleich sei das aber auch eine Belohnung für den Trainer, sagt er. Schließlich stecke er eine Menge Arbeit in die Ausarbeitung der Pläne. Der Plan der Jugendlichen beinhalte in der ersten Woche einen Fünf-Kilometer-Lauf sowie Ganzkörpertraining.

Zu Beginn jeder Trainingseinheit stehe eine saubere Erwärmung. Jede Woche gibt es für die einzelnen Mannschaften einen neu ausgearbeiteten Plan. Das gilt auch für die Erwachsenen.

Elementarer Bestandteil

  Er habe früh festgestellt, dass das Athletiktraining ein elementarer Bestandteil des Handballsports sei, sagt Klostermann. Weil sich beim ETB eine Zeit lang Kreuzbandverletztungen im Frauenteam häuften, begann er, sich auch mit den Unterschieden zwischen dem Athletiktraining für Männer und dem für Frauen auseinanderzusetzen.

„Ich habe mich zunächst mit Hilfe von Büchern weitergebildet“, sagt er. „Aber ich hatte nichts Konkretes an der Hand.“ Also entschloss er sich zu einem Fernstudium. Sechs Monate lang muss er dafür büffeln. Im Sommer möchte er seinen Abschluss machen. Er könnte sich vorstellen, anschließend Schulungen anzubieten – „aber nicht nur für Handballteams, sondern sportartübergreifend“.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)
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