Elsfleth - Härtetest bestanden. Im Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga hat sich der Elsflether TB am Samstag zu Hause gegen den bisherigen Zweiten TV Neerstedt dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit deutlich durchgesetzt. Der Tabellenführer siegte mit 27:19 (7:7) und bleibt damit ohne Punktverlust auf Aufstiegskurs.

Wer den Handball nur nach erzielten Toren bewertet, war zumindest in der ersten Halbzeit am falschen Ort. Wer aber Wert auf gepflegte und kompromisslose Abwehrarbeit, hatte in der Stadthalle definitiv den richtigen Platz gefunden. Beide Mannschaften ließen hinten nichts anbrennen, woran auch die Torhüter ihren Anteil hatten. Auch das Rückzugsverhalten beider Teams war vorbildlich. Einfache Treffer nach Gegenstößen waren daher ausgeschlossen. Den besseren Start erwischten die Gäste. Aber mit mehr als zwei Toren konnten sie sich nicht absetzen. Beim Stand von 7:7 wurden die Seiten gewechselt.

„Muss das denn immer so nervenaufreibend sein?“, fragte ein Elsflether Zuschauer beim Pausentee. Eine ernst gemeinte Frage verdient eine ernst gemeinte Antwort: Nein, muss es nicht. Denn die Hausherren legten im zweiten Durchgang zwei Schippen drauf und setzten sich immer weiter ab. Die Elsflether erhöhten das Tempo bei ihren Angriffsaktionen deutlich.

Bis zur 44. Minute (16:13) blieb Neerstedt noch halbwegs auf Tuchfühlung. Dann bog die Partie endgültig in eine eindeutige Richtung ein. Vorne gingen Würfe plötzlich rein, die im ersten Abschnitt noch vom Pfosten ins Feld zurückgesprungen waren. Und hinten rührte der ETB Beton an. Außerdem glänzte Torhüter Kevin Danielzik mit spektakulären Paraden.

Innerhalb kurzer Zeit wuchs der Elsflether Vorsprung auf acht Treffer an. Da nutzte auch die Maßnahme von TVN-Trainer Björn Wolken nichts, die beiden Rückraumspieler Bela Rußler und Florian Doormann in Manndeckung zu nehmen. Dafür übernahmen eben andere Spieler die Verantwortung und schaukelten den Sieg locker über die Zeit.

Gästetrainer Wolken war ziemlich bedient, sah aber einen wesentlichen Anteil an der Niederlage bei den Unparteiischen. „Wir haben selbst auch genug Fehler gemacht. Aber die Schiedsrichter haben heute mit zweierlei Maß gemessen“, meinte er. ETB-Coach Ulrich Adami sah das anders. „Die Schiedsrichter waren zu 100 Prozent neutral und haben keine Fehler gemacht“, sagte er. Den Sieg im Spitzenspiel begründete er mit der starken Abwehrarbeit, einem sehr guten Torhüter Kevin Danielzik und der verbesserten Torausbeute in der zweiten Halbzeit. „In der ersten Hälfte hatten wir noch zu viel verballert.“

ETB: Völkers, Danielzik, Klostermann – Doormann (5), Santen (5), Rußler (4), von Lien (4/4), Oberegger (3), Pape (2), Zindler (2), Wille (1), Bolte (1), van Dreumel, Pille.

Spielstationen: 1:3 (6.), 4:6 (16.), 7:7 (30.), 12:9 (37.), 16:13 (44.), 22:14 (51.), 27:19 (60.).