ELSFLETH - Handballerisch war das Duell kein Leckerbissen. Dafür sorgten die beiden Schiedsrichter für viel Gesprächsbedarf.

von tobias göttler

ELSFLETH - Vor dem Blick ins Kuriositätentheater vorneweg doch noch das Wesentliche: Die Nordseeliga-Handballerinnen des Elsflether TB haben durch einen 25:21-Heimerfolg gegen den FC Schüttorf gestern Nachmittag in der heimischen Stadthalle ihre Chance auf den Verbleib in der Spielklasse gewahrt. Die Bedingungen: Ein Sieg gegen GW Mühlen am 6. Mai (in Brake) und Schützenhilfe aus Arsten und Falkenburg, die beide den unmittelbaren Konkurrenten TV Grambke schlagen müssen.

Rein in den (nicht von Karl Moik moderierten) „Elsflether Kuriositätenstadl“. Im Mittelpunkt des Geschehens dabei: Die Schiedsrichter, die – nach Meinung von ETB-Trainer Patrick Tulikowski, FCS-Trainer Franz-Josef Korte und den Zuschauern – nicht immer richtig entschieden hatten. Naja, Klartext geredet: Ziemlich neben der Spur pfiffen. Glücklicherweise nahmen diese Entscheidungen aber keinen Einfluss auf das Ergebnis, denn: Summa summarum ging der ETB-Sieg völlig in Ordnung.

Schon bis Minute 44 gab‘s reichlich Diskussionsstoff, da den Unparteiischen etwas die Linie fehlte. Der Fairness halber muss dabei aber auch betont werden, dass manche Kritik von der Tribüne unberechtigt war. Jedenfalls waren die strittigen Fälle hüben wie drüben ausgeglichen. Dass ETB-Zeitnehmer Walter Schröder in der 44. Minute auf die Tribüne geschickt wurde, weil er angeblich dreimal nicht rechtzeitig die Spielzeit angehalten hatte, war schon spektakulär. Schröder: „Die Handzeichen der beiden Schiedsrichter waren nicht eindeutig als Time-Out zu erkennen.“ Das Regelwerk sieht ein solches Vorgehen der Schiedsrichter aber tatsächlich vor. Ob es berechtigt war, sei mal dahingestellt.

Noch kurioser wurde es in der 55. Minute. Diane Sundag foulte Anja Bleckmann. Keine Frage: Siebenmeter. Zwei-Minuten? Vertretbar. Sundag sah aber Rot. Franz-Josef Korte beschwerte sich, bekam zwei Minuten, während sich Co-Trainer Olaf Hesselink nach dem Spruch „Macht doch mal die Augen auf“ auch auf der Tribüne (Rot) wiederfand. Schüttorf erzielte sogar, was Patrick Tulikowski gar nicht gefiel, einen Treffer beim „Drei gegen Sechs-Spiel“. Im nächsten Angriff des ETB erwischte es in Inga auch die dritte der „Sundag-Schwestern“, so dass der FC nur noch zwei Feldspielerinnen auf dem Parkett hatte. Umso größer war schließlich der Jubel, als das Dreierpack kurz darauf zurückkehrte.

Die handballerischen Eckdaten des wichtigen Erfolges des ETB: Bis zum 4:0 (7.) war es das hervorragende Zusammenspiel zwischen Mehrtens, die stets zwei Gegenspielerinnen beschäftigte, und Eggers, das den ETB auf Erfolgskurs hielt. Bis zum 10:4 (22.) kam auch Anja Bleckmann besser in Schwung. Aber: „Ein gutes Spiel haben wir heute sicher nicht gezeigt“, so Tulikowski.

Nach der Pause (11:6) zeigten sich Vanessa Schröter mit vier und Carmen Engelmann mit drei sehenswerten Toren in Schusslaune. Auf Tanja Speckels war wieder Verlass. Auf der Gegenseite überragte mit zehn Treffern Julia Züter.

ETB: Speckels; Mehrtens (6/3), Bleckmann (5), Schröter (4), Eggers (3), Engelmann (3), Matschei (2), Lammers (2).

FCS 09: Rupprecht; Züter (10/3), Inga Sundag (3), Idelmann (3), Bültel (2), Möhring (1), Diane Sundag (1), Langkamp (1), Klümper, Hanfeld, Kristin Sundag.

Rote Karte: Diane Sundag (FCS, 55., Foulspiel), Olaf Hesselink (Co-Trainer FCS, 55., Schiedsrichterbeleidigung).

Spielstationen: 4:0 (7.), 4:2 (9.), 7:2 (12.), 10:4 (22.), 11:6 (30.), 15:9 (37.), 17:13 (40.), 18:14 (43.), 22:14 (47.), 24:18 (55.), 25:21 (60.).