ELSFLETH - Auf eine neue Attraktion können sich die Handballfreunde in der Wesermarsch freuen. Denn in Wilhelmshaven qualifizierte sich die nächstjährige A-Jugend-Mannschaft des Elsflether TB für die Regionalliga, die höchstmögliche Spielklasse dieser Altersstufe. Dort warten dann so hochkarätige Gegner wie der Bundesliganachwuchs vom SC Magdeburg oder der HSG Varel.
Vorher stand allerdings ein steiniger Weg vor den Elsflethern. Mit den niedersächsischen Vertretern TV Bissendorf-Holte, HSG Schwanewede/Neuenkirchen und der HSG Wilhelmshaven kämpfte der ETB um drei Tickets für die Liga mit den besten Mannschaften aus Norddeutschland. Gespielt wurde in Turnierform jeweils zweimal 20 Minuten.
Schon der erste Auftritt der Elsflether ließ das hohe Niveau erahnen. Gegen Bissendorf stand zwar die Defensive sehr stark, doch im Angriff unterliefen dem ETB zu viele technische Fehler. Ein Grund dafür war die gerade einmal einwöchige Einspielzeit, die Trainer Ulrich Adami zur Verfügung hatte, aus den Spielern der letztjährigen A- sowie B-Jugend ein homogenes Team zu formen. Trotzdem ergab sich die große Chance zum Auftaktsieg, als Chris Santen beim Stande von 21:21 60 Sekunden vor Schluss einen Gegenstoß lief. Er traf aber nur das Lattenkreuz und der TVB nutzte dann die Hektik zu den zwei entscheidenden Treffern.
Der zweite Auftritt gegen Schwanewede glich fast schon einem Endspiel. Elsfleth musste unbedingt punkten und legte sofort gut los. Nach wenigen Minuten lag der ETB mit 5:1 vorne, doch HSG-Torwart Daniel Sommerfeld hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel und am Ende trennten sich beide Mannschaften 21:21. Damit hatten sich die beiden ersten Elsflether Gegner vorzeitig qualifiziert und ließen ihrer Freude freien Lauf. Adami stellte auch besonders die Fairness dieser Truppen heraus und schloss die Fanlager auch mit ein. Es ist ein großer Unterschied, ob die Zuschauer ihre eigene Mannschaft anfeuern, oder die gegnerischen Teams beleidigen.
Genau das machte die letzte Begegnung gegen Wilhelmshaven so brisant, denn das Verhältnis dieser Klubs ist nicht sonderlich gut. Die Voraussetzungen waren klar. Die punktlose HSG musste unbedingt gewinnen, während dem ETB ein Remis gelangt hätte. Beide Mannschaften kämpften mit allen Mitteln. Wilhelmshaven machte vorrangig „die Mitte dicht“, doch machten sie die Rechnung ohne den stark aufspielenden Außen Jan-Ole Geisler und Stefan Czyz, die ihre Freiheiten hervorragend nutzten.
So war es auch nicht verwunderlich, dass Geisler den entscheidenden Treffer in der Schlussminute erzielte. Beim Wurfversuch rüde gefoult, setzte er im Fallen noch zu einem Dreher an und traf so zum 23:22-Endstand. Der Einzug in die Regionalliga war perfekt und Adami machte aus seiner Zufriedenheit keinen Hehl. „Alle Spieler, auch die Ergänzungsspieler waren mit vollem Einsatz dabei. Was die Sympathie angeht, haben genau die richtigen drei Teams den Aufstieg geschafft“, ließ er noch einen kleinen Seitenhieb an die Wilhelmshavener los. Besonders lobte er noch die starke Abwehrarbeit des Mittelblocks, der aus den Akteuren Stefan Czyz und Chris Danielzik bestand.
Zum erfolgreichen Gelingen trugen die beiden Torhüter Kevin Danielzik und Sascha Klostermann, sowie die Feldspieler Benjamin Adami (insgesamt 20 Treffer), Stefan Czyz (12), Maik Finger (9), Chris Santen (8), Jan-Ole Geisler (8), Chris Danielzik (5), Kai-Arne Hinz (2), Bela Rußler (1), Dennis Machheit, Florian Stindt, Tammo Buttelmann und Philipp Bolte bei.
