ELSFLETH - Mächtig in Gefühlsschwankungen gerieten die B-Jugendhandballer des Elsflether TB während ihrer letzten drei Punktspiele in der Oberliga Nordsee. Bereits für die Teilnahme an den norddeutschen Meisterschaften qualifiziert, ging es nun um den Meistertitel, der zudem dazu berechtigt, die Meisterschaften in eigener Halle auszurichten. Bis es zu dieser hervorragenden Ausgangsposition kam, erlebten der ETB turbulente Tage.

Den Auftakt ins Saisonfinale bildete der Auftritt beim VfL Oldenburg. Punktgleich mit dem Hauptkonkurrenten HSG Wilhelmshaven reichte es allerdings nur zu einem 21:21 (10:10)-Unentschieden. Kurios verlief die Endphase dieser Partie. Maik Finger erzielte 35 Sekunden vor dem Abpfiff die 22:21-Führung für den ETB, doch etwas später nahm der VfL-Trainer das Geschehen in eigene Hände. Er pfiff eigenmächtig in das Spiel hinein und behauptete, Elsfleth hätte vor dem erzielten Tor eine Auszeit beansprucht. Nach eindringlichen Beratungen annullierten die Schiedsrichter zum Entsetzen des ETB-Trainers Ulrich Adami den Führungstreffer und entschieden auf Ballbesitz für Elsfleth, die in den verbleibenden Sekunden nicht mehr zum Abschluss kamen.

Dieser Punktverlust drohte nun die Meisterschaft zugunsten für Wilhelmshaven entschieden zu haben. Daran änderte auch der haushohe 30:19 (16:10)-Auswärtserfolg beim VfL Fredenbeck nichts, denn die HSG hatte weiter einen Punkt mehr als der ETB.

Nun folgte der „Super-Sonntag" in der Elsflether Stadthalle. Die weibliche B-Jugend schaffte mit dem Erfolg gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen die Teilnahme an den norddeutschen Meisterschaften – die NWZ berichtete – anschließend ging es dann auch für die gleichaltrigen Jungen ums Ganze. Vor dem TV Neerstedt hatte Adami gewarnt, denn drei ihrer Akteure gehören zum Kader der A-Jugend-Regionalligamannschaft. Doch trotz der ungünstigen Voraussetzungen für den Meistertitel sprudelte Elsfleth vor Spielfreude. Maik Finger, der kurz zuvor den bravourösen Auftritt seiner Schwester Jaqueline bei den Mädchen verfolgte, wollte im familieninternen Vergleich nicht abfallen und markierte in den ersten zehn Minuten acht Tore. Schon früh war diese Begegnung entschieden, und Elsfleth gewann auch dank der sehr guten Torwartleistungen von Sascha Klostermann und Malte Jansen klar mit 32:22 (19:10).

Damit hatten die Jungen alles getan und feierten ihren Saisonausklang im Foyer der Stadthalle. Ungefähr eine Stunde nach dem Spiel gab es das große Happy End, denn im Internet erschien die frohe Kunde von Wilhelmshavens Niederlage beim TuS Rotenburg. Somit war der Meistertitel unerwartet perfekt und Elsfleth freut sich auf die Ausrichtung der norddeutschen Meisterschaft am 4. Mai.

Allerdings kann sich der Termin noch verschieben, weil der Elsflether TB den Antrag stellte, dass die beiden Endrundenturniere der jeweiligen B-Jugend-Mannschaften nicht an demselben Tag ausgerichtet werden müssen. Bislang blockte der Staffelleiter allerdings ab, denn es kam noch nie vor, dass sich sowohl eine weibliche, als auch eine männliche Jugendmannschaft für die Endausscheidung qualifizieren konnten. Vielleicht lässt er ja doch noch mit sich reden, denn für den interessierten Zuschauer fällt die Wahl mit Sicherheit schwer, wem sie vor Ort die Daumen drücken sollen.